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Munich Re Warren Buffett baut in München ab

Warren Buffett glaubt nicht mehr so recht ans Geschäft der Rückversicherer. Die Gesellschaften stünden „in der breite unter Druck“. Wohl auch deshalb verringert der Startinvestor jetzt seine Anteile an Munich Re.

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Buffett trennt sich von Anteilen der Munich Re. Quelle: Reuters

München Vor einigen Wochen kam eine Nachricht aus den USA, die so manchen Experten der Rückversicherungsbranche aufhorchen ließ: Anshu Jain, Kronprinz der US-Investorenlegende Warren Buffett und Cousin des Ex-Co-Vor einigen Wochen kam eine Nachricht aus den USA, die so manchen Experten der Rückversicherungsbranche aufhorchen ließ:

Ajit Jain, Kronprinz der US-Investorenlegende Warren Buffett und Cousin des Ex-Co-Chefs der Deutschen Bank Anshu Jain, äußerte sich skeptisch zu den Perspektiven des Rückversicherungsgeschäfts. Nun folgen den Worten Taten: Buffett verkauft Munich-Re-Aktien.

Der US-Investor war seit fast genau fünf Jahren größter Einzelaktionär des Dax-Konzerns. Zuletzt hielten von ihm direkt oder indirekt geführte Gesellschaften Aktien in Höhe von rund zwölf Prozent des Grundkapitals. Jetzt wurde der Anteil auf 9,7 Prozent reduziert, wie das deutsche Unternehmen in einem kurzem Statement mitteilte.

Die begleitenden Worte von Munich-Re-Finanzchef Jörg Schneider klingen schon wie ein Abschied: „Wir freuen uns, dass Warren Buffett uns viele Jahre als bedeutender Anleger begleitet hat“, lässt Schneider sich zitieren. „In der 135-jährigen Geschichte unseres Unternehmens haben wir viele Veränderungen unserer Aktionärsstruktur erlebt“. Man werde „auch zukünftig darauf achten, dass unser Aktionärskreis breit über Länder und verschiedene Anlegergruppen gestreut bleibt“.

Hintergrund für die Entscheidung von Buffett dürften die schlechten Perspektiven für das Rückversicherungsgeschäft sein. Denn wegen der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt mischen seit einiger Zeit auch institutionelle Investoren wie Hedgefonds oder Pensionsfonds im Rückversicherungsgeschäft mit. Sie sorgen für ein größeres Angebot und damit einen stärkeren Konkurrenzkampf. Die Branche verdient zwar nach wie vor gut: Auf eine Eigenkapitalrendite von acht bis zehn Prozent dürften die Rückversicherer kommen. 2014 waren es aber noch zwölf Prozent. Die Fettpolster der Unternehmen schmelzen.


Für drastische Entscheidungen bekannt

Die Preise und Bedingungen für Rückversicherungsschutz stünden „in der Breite unter Druck“ hatte kürzlich auch Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek einräumen müssen, auch wenn der Druck nachlasse. In diesen Zeiten setzen viele Unternehmen auf Innovationen, effizientere Strukturen – oder suchen Unterschlupf bei einem Partner: In den vergangenen Wochen hatte es in der Rückversicherungsbranche eine Reihe von Zusammenschlüssen gegeben.

Auch Buffetts Berkshire Hathaway, selbst einer der größten Rückversicherer der Welt, hatte zuletzt keine Freude mehr am Versicherungsgeschäft. Die Versicherungssparte war in die roten Zahlen gerutscht. Bereits auf der Hauptversammlung im Mai hatte Buffett Turbulenzen bei der Rückversicherungssparte vorhergesagt. Das Geschäft werde in den nächsten zehn Jahren „nicht mehr so gut laufen wie in den letzten 30 Jahren“, hatte der US-Investor prognostiziert, der als drittreichster Mann der Erde gilt.

Nun zieht Buffett Konsequenzen. Das überrascht nicht: Er ist keiner, der sich vor drastischen Entscheidungen drückt. „Solltest du dich eines Tages in einem chronisch undichten Boot befinden, dann ist es wahrscheinlich besser, deine Energie zu investieren, um in ein anderes Boot umzusteigen, als ständig Lecks zu stopfen“, hat er einst gesagt.

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