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Musterdepots Kein Puffer mehr in der Aktienbaisse

Normalerweise gilt die Regel: Wenn es am Aktienmarkt schlecht läuft, profitieren Anleihen. Doch in der aktuellen Aktienbaisse ist alles anders. Anleihen haben ihre Pufferfunktion verloren, glaubt Daniel Hupfer.

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Daniel Hupfer

Der Dax hat mittlerweile gegenüber seinem Spitzenwert Anfang April dieses Jahres über 20 Prozent an Wert verloren. Gemessen an der letzten größeren Korrektur im Jahr 2011 fällt dieser Rückschlag bislang immer noch weniger stark aus. In den Sommermonaten 2011, als Investoren eine erneute konjunkturelle Schwäche in der Eurozone befürchteten, korrigierte der Dax um rund 32 Prozent. In anderer Hinsicht jedoch ist die laufende Korrektur am Aktienmarkt durchaus mit der Situation 2011 vergleichbar, nämlich bei den Auswirkungen auf gemischte Portfolios, die sowohl Aktien als auch Renten halten.

Im Jahre 2011 haben langlaufende Anleihen ihre übliche Pufferfunktion gut erfüllt: Während der Dax fiel gewannen die Bundesanleihen an Wert. In einem 50/50 Mischportfolio aus Dax und zehnjährigen Bunds betrug der Verlust 2011 in der Spitze rund 13 Prozent und fiel damit wesentlich geringer aus als bei einem reinen Aktienportfolio. In der laufenden Korrektur am Aktienmarkt haben Anleihen ihre Pufferfunktion dagegen nicht erfüllt.

So verloren zu Beginn der Aktienmarktkorrektur auch Bundesanleihen mit langen Restlaufzeiten deutlich an Wert. Zuletzt war allerdings zumindest eine leichte Gegenbewegung der festverzinslichen Titel zu erkennen. Die Auswirkungen auf ein 50/50 Mischportfolio: Auch in der laufenden Korrektur beträgt der maximale Verlust bis einschließlich gestern rund 13 Prozent und erreicht damit das Ausmaß von 2011. Aufgrund des niedrigen Zinsniveaus scheinen festverzinsliche Wertpapiere daher ihre in der Vergangenheit übliche Pufferfunktion bei fallenden Aktienmärkten verloren zumindest aber verringert zu haben.


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    Als wir vor einem Monat ein Augustfazit zogen, haben wir damals auf eine dramatische Entwicklung hingewiesen. Der Börsenmonat September verlief zwar etwas ruhiger als der August, er war jedoch alles andere als positiv. Der DAX hat fast sechs Prozent und der Euro Stoxx 50 rund fünf Prozent verloren. Unser Musterdepot, welches aus einem Aktienkernportfolio und fünf wikifolios besteht,  musste dank der stabilisierenden Wirkung der Ziel-wikifolios etwas weniger leiden.

    Das Aktienkernportfolio verzeichnete einen Monatsverlust, welcher mit dem von Euro Stoxx 50 vergleichbar ist (etwa -5%). Bei den Einzeltiteln gehörten Anglo American, Peugeot und ACS zu den negativen Ausreißern. Die Peugeot Position wurde unverdient durch den VW-Skandal mitgerissen. Dabei hat der Konzern Mitte des Monats positive Entwicklungen gemeldet, die vom Markt einfach ignoriert wurden.

    Die Rheinmetall-Aktie konnte sich dagegen gut halten und hat im September nur einen Prozent verloren. Relativ stabil zeigten sich ebenfalls die Eni-, Kesko- und Iberdrola-Positionen. Zwei Titel – Telecom Italia und EDP - konnten den schwierigen Monat sogar positiv absolvieren (+1,8% bzw. +4,6%). Unsere Ziel-wikifolios haben im Durchschnitt deutlich besser als der Referenzindex abgeschnitten. Vor allem die wikifolios mit dem Schwerpunkt USA – USD Opportunities und ETF-Werte des ICAX – konnten eine stabile Wertentwicklung ausweisen.   


    Genau im Plan

    Zwanzig Monate sind vergangen seit Auflegung der Musterdepots – und während sowohl der Dax als auch der europäische Benchmarkindex Stoxx 50 mittlerweile wieder bis auf ihre damaligen Startwerte eingebrochen sind, entwickelt sich das Portfolio genau wie geplant. Ich bin mehr als zufrieden. Meine obersten beiden Ziele: Eine langfristige jährliche Rendite zwischen sechs und acht Prozent – und das mit einer deutlich nervenschonenderen Entwicklung als der Gesamtmarkt.

    Der bisherige rund dreizehnprozentige Wertzuwachs entspricht umgerechnet einer Rendite von etwa 7,5 Prozent per annum – und liegt damit genau innerhalb der anvisierten Ertragsspanne. Gleichzeitig fällt die Schwankungsintensität des Musterdepots durchgängig viel niedriger aus als die Volatilität an den Börsen.

    Damit das auch zukünftig so bleibt, setze ich weiterhin auf aktives Depotmanagement - und spezielle Anlageinstrumente. Beispielsweise Produkte, die auch von sinkenden Aktienkursen profitieren. Dazu zählen etwa meine Reverse-Bonuszertifikate auf den Dax, die ich bereits im Frühjahr gekauft hatte.

    Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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