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Musterdepots Verluste ja, Crash nein

Auf den Aktien- und Anleihemärkten geht es in diesen Tagen hoch und runter. Doch keine Panik, beschwichtigt unser Autor Georgios Kokologiannis. Der Crash sei nicht in Sicht. Er plant bereits die nächsten Investments.

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Georgios Kokologiannis Quelle: Pablo Castagnola

Der Monat Juni macht seinem Ruf als Monat mit oftmals hohen Schwankungen an den Aktienmärkten bislang alle Ehre. In den vergangenen fünf Handelstagen hat der Dax in der Spitze mehr als 600 Punkte verloren. Auch die Erholungsrally nach zwischenzeitlich hohen Verlusten am vergangenen Dienstag brachte keine Beruhigung. Denn diese Erholung ging erneut mit geringen Umsätzen einher.

Da ich zwar von weiteren Verlusten, aber nicht von einem Crash an den Märkten ausgehe, plane ich schon die nächsten Investments. Auf meiner Watchlist steht ein Sprintzertifikat auf den Euro Stoxx 50 (WKN CC9G88).

Dieses Zertifikat mit einer Laufzeit bis Ende Januar 2016 verdoppelt den Kursanstieg zwischen den Marken 3350 und 3650 Zählern. Unterhalb von 3350 vollzieht der Sprinter die Kursbewegungen des Euro Stoxx 50 im Verhältnis 1:1 nach. Im Gegenzug ist die Rendite auf die obere Marke begrenzt, von Kurssteigerungen oberhalb von 3650 Punkten profitiert das Zertifikat nicht mehr. Doch noch lohnt sich der Einstieg in den „Sprinter“ nicht.

Denn das Gezerre um die Rettung Griechenlands dürfte noch weitergehen. Die Chancen auf eine Einigung beim Treffen der Euro-Finanzminister am Donnerstag in Brüssel sind nach Einschätzung des Eurogruppen-Chefs Jeroen Dijsselbloem und des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble sehr gering. Vermutlich wird es noch ein paar allerletzte Angebot geben, bevor eine Entscheidung. Und solange es keine Entscheidung über den Verbleib von Griechenland gibt, bleiben auch die Aktienmärkte unter Druck.

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    Vivendi und Telekom Italia hieven Depot ins Plus

    In einem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld haben einige Titel aus unserem Aktienkernportfolio am Mittwochvormittag deutlich im Plus gelegen. Dies betraf unter anderen die Aktien des französischen Medienkonzerns Vivendi und des italienischen Telekomgiganten Telecom Italia. Dafür waren die Gerüchte verantwortlich, laut denen Vivendi seine Beteiligung an Telecom Italia auf zehn bis 15 Prozent signifikant aufstocken wolle.

    Die Franzosen sind ohnehin gerade auf dem Weg zum größten Aktionär des italienischen Konzerns: Sie erhalten ein 8,3 Prozent schweres Aktienpaket im Rahmen einer Transaktion mit einem Drittunternehmen (Telefonica). Nun plant der wichtigste Mann bei Vivendi – der französische Milliardär Vincent Bollore – offensichtlich seinen Einfluss auf Telecom Italia auszubauen. Die Analysten erklären das Vorhaben von Vivendi damit, dass der französische Konzern seine Media-Dienstleistungen bei Telecom Italia-Kunden anbieten könne.

    Darüber hinaus befindet sich der italienische Telekommarkt in einer Konsolidierungsphase, was interessante Opportunitäten für die nächsten Jahre bietet. Vivendi verfügt aktuell über einen hohen Cash-Bestand und kann sich ein zusätzliches Aktienpaket seht gut leisten. Dies alles bestätigt unsere mehrmals dargestellte These, dass Telecom Italia unterbewertet ist und eine sehr interessante Turnaround-Story für die nächsten Jahre sein kann.


    Draghis Worte sorgen für Unruhe

    Die Hängepartie bezüglich der Verhandlungen in Griechenland mit fast täglich neuen Meldungen hinsichtlich der Erfolgschancen der Verhandlungen trägt in hohem Maße dazu bei, dass sich aktuell kaum Käufer – außer der EZB – für europäische Staatsanleihen finden lassen. Und auch wenn sich die griechische Regierung durch die Bündelung der Zahlungen an den IWF ein wenig Zeit erkauft hat, so wird das Zeitfenster für eine Übereinkunft mit der Troika immer kleiner und somit die Unsicherheit größer.

    Die Risikoprämien für Anleihen aus der europäischen Peripherie sind in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen, so dass die Kurse dieser Anleihen deutlich unter Druck gekommen sind. Die Rendite 10-jähriger Anleihen aus Portugal sind wieder über die 3 Prozent-Marke gesprungen und rentieren derzeit bei etwa 3,1 Prozent. Die spanischen und italienischen Pendants liegen aktuell bei etwa 2,3 Prozent, während diese Papiere im Jahresverlauf bereits bei unter 1,2 Prozent gelegen hatten.

    Auch Herr Draghi vermochte es auf der letzten Pressekonferenz der EZB nicht, die europäischen Rentenmärkte zu beruhigen. Mit seinen Äußerungen, dass die Kapitalmarktteilnehmer sich an den Rentenmärkten auf eine hohe Volatilität einstellen müssen und dass gerade in Bezug auf Bundesanleihen man aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus nicht mehr gezwungen sei, ausschließlich länger laufende Anleihen zu erwerben, hat der EZB-Präsident die Unsicherheiten und den Verkaufsdruck zusätzlich erhöht.

    Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

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