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Alltagsforschung

Im Home Office droht der Sittenverfall

Gut gemeint, schlecht gemacht: Laut einer neuen Studie kann selbstbestimmtes Arbeiten die Gefahr von unethischem Verhalten erhöhen.

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Warum Unabhängigkeit zum Verfall der Sitten führen kann. Quelle: Fotolia

Nehmen wir an, Ihr Chef lässt Sie größtenteils in Ruhe. Sie können ins Büro kommen, wann Sie wollen, jederzeit im Home Office arbeiten und Ihre Projekte selbstständig auswählen. Würden Sie dieses Vertrauen rechtfertigen – oder ausnutzen? Für Arbeitgeber stellt sich die Frage scheinbar kaum noch. Wer beliebt sein will, muss seinen Angestellten heute Freiraum lassen.

Die einen Unternehmen verzichten daher auf strenge Dresscodes, die anderen locken mit Home Office, wieder andere setzen auf flache Hierarchien. Das geschieht nicht aus menschlicher Wärme, sondern ökonomischem Kalkül. Unabhängige Angestellte sind vermeintlich motivierter, kreativer und produktiver. Dieser Glaube basiert auf der sogenannten Selbstbestimmungstheorie. Demnach hat jeder Mensch drei psychische Grundbedürfnisse – soziale Eingebundenheit, Kompetenz und Autonomie.

 
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