Auf der Couch
Die Komfortzone kann auch gut sein Quelle: imago

Bleiben Sie in Ihrer Komfortzone!

Immer wieder machen Begriffe aus der Verhaltenstherapie Karriere, aktuell passiert das mit dem Wort Komfortzone. Warum es unsinnig ist, permanent seine eigenen Grenzen überschreiten zu wollen.

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Einer meiner Patienten ist Anfang 50 und Sachbearbeiter in einer kleinen Behörde. Er hat keinen Kundenkontakt und lebt zusammen mit seiner Mutter in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Er geht morgens zur Arbeit und abends wieder nach Hause. Hobbys hatte er nie, lange Beziehungen auch nicht. Die Frauen brachen spätestens dann den Kontakt ab, wenn sie erkannten, dass dieser Mann nicht dazu bereit ist, das Verhältnis zu seiner Mutter und seine Lebensverhältnisse zu verändern. Er kam zu mir, weil er seit acht Jahren von Therapeut zu Therapeut zieht. Alle versuchten, ihn zu einer Änderung seiner Lebensumstände zu bewegen – obwohl er mit seinem Leben sehr zufrieden ist.

Ich bin der Erste, der ihn darin bestärkt hat, so weiterzuleben. Ich ahne schon, was Sie jetzt sagen: Der Mann muss dringend seine Komfortzone verlassen! Rückfrage: Warum sollte er?

 
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