Hybris Operation Selbstüberschätzung

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Volkswagen, Air Berlin, Schlecker: Ständig treffen Topmanager Fehlentscheidungen, weil sie sich selbst überschätzen. Was sich dagegen tun lässt.

„Eine krankhafte Persönlichkeitsstruktur kommt in Chefetagen häufig vor.“ Theodor Itten, Psychotherapeut und Buchautor („Größenwahn“). Quelle: Illustration: Miriam Migliazzi & Mart Klein

Für Anton Schlecker waren Fakten offenbar Ansichtssache. Das jedenfalls ergibt sich aus veröffentlichten Details seiner letzten Tage als Deutschlands größter Drogerist: 90 Millionen Euro Verlust, Banken, die Kredite kündigen, und Lieferanten, die nur noch mit Mühe ihr Geld erhalten – die meisten Menschen würden darin den Anfang vom Ende sehen. Schlecker kannte diese Informationen, blieb laut jüngster Aussage eines ehemaligen Verwaltungsdirektors aber trotzdem zuversichtlich.

Sicher, ohne Optimismus geht es nicht. Erst recht, wenn man es als Metzgermeister aus einem 24.000-Einwohner-Städtchen zum deutschen Drogeriekönig schaffen will. Heute ist jedoch klar: Irgendwann verließ Schlecker den schmalen Pfad zwischen Selbstbewusstsein und Selbstüberschätzung. Vor lauter Expansionsdrang übersah er, dass ihm Wettbewerber wie dm und Rossmann mit größeren, freundlicheren Märkten Kunden abknöpften, während seine Filialen Verluste machten. Scheitern? Er doch nicht.

 
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