Auszubildende „Die machen lieber Fitness“

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Azubis nehmen den Notausgang: Warum brechen in Deutschland so viele junge Menschen ihre Ausbildung ab? Quelle: Fotolia

Azubis mangelt es an persönlicher Reife, die Fehlzeiten sind hoch, die Motivation gering: Die Abbrecherquote von Lehrlingen frustriert Betriebe. Eine Unternehmerin denkt über ein Ende ihres Ausbildungsprogramms nach.

Edith Schukat schüttelt den Kopf, wenn sie über ihre Lagerlogistik-Lehrlinge spricht. Gerade hat mal wieder einer seine Ausbildung abgebrochen – wie jedes Jahr in den vier Jahren zuvor. Unpünktlich seien sie, sagt die 55-Jährige, unmotiviert und unkonzentriert. „Diese Egal-Mentalität hat es früher kaum gegeben“, sagt Schukat, die als Personalchefin seit mehr als zwei Jahrzehnten im Familienbetrieb Schukat Electronic, einem Großhändler für elektronische Bauteile, Azubis ausbildet.

„Manche Lehrlinge gehen dreimal pro Woche ins Fitnessstudio, haben aber deutlich höhere Fehlzeiten als unsere über 50-jährigen Mitarbeiter.“ Das sei für sie „unerklärlich“.

Wenn Schukat – schulterlange blonde Haare, Brille mit schwarzem Rand – über ihre angehenden Bürokaufleute oder die Fachinformatiker-Azubis spricht, dann lächelt sie. „Sie sind höflich, pünktlich und erfüllen unsere fachlichen Erwartungen – genauso wie früher.“ In diesen Berufen habe nur ein einziger Lehrling in den vergangenen 20 Jahren seine Ausbildung vorzeitig beendet.

 
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