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Börsen-Unwort Gefühle gehören gemieden

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Das wahre Unwort des Jahres heißt „gefühlt“. Es hat in Diskussionen nichts zu suchen.

Auf mehreren Monitoren verfolgt ein Händler auf dem Parkett der Börse in Frankfurt am Main die Aktienkurse. Quelle: dpa

An der Börse in Düsseldorf wurde diese Woche das Unwort des abgelaufenen Jahres gekürt. Die Wahl fiel auf „Anlagenotstand“. „Gefühlt“ mag das ja stimmen, tatsächlich aber ist es Blödsinn: So ziemlich jede Form der Geldanlage, außer die auf dem Sparbuch, hat sich 2016 gelohnt. Ein Notstand besteht nicht.

Ich habe deswegen einen anderen Vorschlag. Das Unwort unserer Zeit heißt „gefühlt“. „Gefühlt“ besteht ein Anlagenotstand, den es tatsächlich gar nicht gibt. „Gefühlt“ werden wir von Migranten überrannt, nachgezählt waren es aber nur 280.000 im vergangenen Jahr. „Gefühlt“ nimmt die Terrorgefahr in Westeuropa zu, tatsächlich ist die Zahl der Opfer von Terroranschlägen in den vergangenen 50 Jahren deutlich gesunken. „Gefühlt“ gibt es hierzulande weder Zinsen noch Inflation, gemessen biegt beides gerade um die Ecke.

 
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