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Der Da-Vinci-Code Der Kunstmarkt verkommt zum Ableger der Finanzbranche

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Der Geldolymp der Kunstwelt ist kein Segment des Kunstbetriebs, sondern ein Sektor der Finanzbranche. Hier zirkulieren nicht Enthusiasmus und Respekt, sondern Kalkül und Potentatenlust. Eine Abrechnung.

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Leonardo da Vincis

Am Ende ist der Auktionssaal ein Club und Jesus ein Popstar. Die 1000 Besucher halten ihre Smartphones in die Höhe und filmen die Bühne ab, sie kreischen und klatschen dem Auktionator zu, zum ersten Mal bereits bei der Marke von 200 Millionen Dollar. Jetzt aber, nach einem 19-minütigen Steigerungsspiel, stehen 370 Millionen im Raum, und ein Mitarbeiter von Christie’s legt im Auftrag eines anonymen Telefonkunden noch einmal 30 Millionen drauf – das ist kein Angebot mehr, sondern eine Demonstration totaler Kaufkraft. Die Menge raunt und stöhnt, der Hammer fällt – und der Saal jubelt einer 0,297824 Quadratmeter großen Walnusstafel zu, ein klassisches Bruststück, das einen ausdruckslos dreinblickenden Erlöser zeigt, in der Linken eine Kristallkugel, die Rechte zum Segen erhoben: Salvator Mundi, Retter der Welt.

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