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Wein-Lese
Wie viel Leistung steckt im Wein? Eine Kolumne von Somelière Katharina Matheis Quelle: imago

Die meisten Weine sind echte Schnäppchen

Preis-Leistungs-Verhältnis? Was für ein Unsinn. Über die falschen Ansprüche der Weintrinker.

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Wir leben in einem Land der Leistungsträger. Ob Manager, Fußballmannschaft oder Waschmaschine: Die Leistung muss stimmen. Klar, dass das auch für Wein gilt. Neulich beklagte sich ein Kunde über eine Flasche, die „ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis“ habe. Leistung? Von Wein? Er hatte für die Flasche etwa zwölf Euro ausgegeben, dafür hatte sie ihm zu wenig geliefert. Aber was genau hätte sie liefern sollen? Zunächst dachte ich an die Geruchs- und Geschmacksintensität. Es gibt Weine, die einen ganzen Obstkorb an Aromatik mitbringen und so dicht sind, dass sie wie Bratensauce im Glas liegen. Für die Vorzeigeweine der deutschen Weinszene gilt allerdings oft das Gegenteil. Plump kann jeder, echte Kunst ist unaufdringlich. So wie Rieslinge, die sich durch Feinheit und einen reizenden Flirt zwischen Süße und Säure auszeichnen. Pure Wucht im Glas kann also keine Leistung sein.

 
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