Türkei Erdoğans Charme-Offensive

Premium
Türkei

Die Regierung in Ankara versucht, die Beziehungen zu Deutschland zu verbessern. Doch die Faschismusvorwürfe sind noch nicht vergessen.

Die Rollen zwischen Recep Tayyip Erdoğan und Mehmet Şimşek sind klar verteilt: Der türkische Staatschef poltert, schimpft und wütet. Der stellvertretende Ministerpräsident ist für die leisen, sanften, konstruktiven Töne zuständig.

So wie an jenem Abend Ende des vergangenen Jahres, als der frühere Goldman-Sachs-Banker vor deutschen und türkischen Unternehmern spricht. Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung und der türkischen Bahçeşehir-Universität preist Şimşek im Istanbuler Koç-Museum in einer ermüdend langen Rede den Standort Türkei. Die Spannungen mit Deutschland? Alles Missverständnisse, sagt Şimşek. Und hebt das Verbindende zwischen beiden Ländern hervor.

Mit seiner konzilianten Art ist er der perfekte Mann für eine Aufgabe, die die türkische Regierung neuerdings konsequent verfolgt: die schlechten Beziehungen zu Europa verbessern, vor allem zu Deutschland, dem wichtigsten Partner.

Die türkische Charme-Offensive ist breit angelegt. Deutsche Journalisten werden mit PR-Aktionen umgarnt. Unternehmensverbände erneuern und bekräftigen Kontakte. Und selbst regierungsamtliche Gesten gegenüber Berliner Spitzenpolitikern fallen plötzlich wieder freundlich aus.

 
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%