Welthandel „Für die EU-Zölle zahlen am Ende Europas Verbraucher und Betriebe“

Premium
Karl Brauner ist seit 2013 stellvertretender Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO in Genf. Der deutsche Jurist nahm an allen WTO-Ministerkonferenzen seit 2001 teil. Quelle: Illustration: Mario Wagner

Der Handelskonflikt zwischen USA und Europa droht zu eskalieren. Karl Brauner, Vizechef der Welthandelsorganisation WTO, über Donald Trump, die EU-Vergeltungsmaßnahmen, den Unsinn von Autozöllen – und den Reformbedarf in der WTO.

WirtschaftsWoche: Herr Brauner, was haben Sie gedacht, als Sie die Nachrichten vom desaströs verlaufenen G7-Gipfel hörten?
Karl Brauner: Ich habe es kaum glauben können. Aber in der Politik darf man auf Provokationen, wie sie vom US-Präsidenten kommen, nicht emotional oder beleidigt reagieren. Wir sollten cool bleiben und uns zwei Dinge vergegenwärtigen. Erstens: Donald Trump schadet sich und seinem Land mit seiner protektionistischen Politik am meisten.

Viele US-Unternehmen werden bald merken, dass ihre Kosten durch die Zölle steigen, dass ihre Gewinnmargen sinken. Das sollten wir einfach mal wirken lassen. Zweitens ist ein Handelskrieg kein Automatismus. Er entsteht nur, wenn auf eine Aktion eine Reaktion erfolgt – und möglicherweise eine Kettenreaktion auslöst.

 
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%