Denkfabrik Armut wird falsch gemessen

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Nur drei Prozent aller Haushalte zählen trotz Vollzeitarbeit als arm. Quelle: dpa

Arm trotz Job? Das Phänomen der „working poor“ wird in Deutschland überzeichnet. Das Problem sind nicht die Löhne – sondern zu geringe Arbeitszeiten.

Diese Zahl klingt ziemlich trostlos: Jeder achte Haushalt in Deutschland muss trotz Erwerbstätigkeit seiner Mitglieder mit einem Einkommen unterhalb der Armutsschwelle auskommen. Das ist zumindest das Ergebnis, wenn man die Definition der sogenannten Erwerbsarmut zugrunde legt. Die Erwerbsarmutsquote ist ein gängiges statistisches Maß; auch die Bundesregierung verwendet es in ihrem Armuts- und Reichtumsbericht. Es wird dabei ermittelt, wie viele Haushalte ein Einkommen von weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens erzielen, obwohl mindestens ein Haushaltsmitglied einer Arbeit nachgeht. Damit sich unterschiedliche Haushaltstypen vergleichen lassen, erfolgt eine spezielle Gewichtung, die von der Zahl und vom Alter der Haushaltsmitglieder abhängt.

 
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