Eigentum Verpflichtet. Wozu? Was die Superreichen über Gerechtigkeit denken

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Die Linke will den Geldadel entmachten, die SPD warnt vor deutschen Oligarchen und einer Spaltung der Gesellschaft. Vermögende haben keine Lobby in diesem Land - und schon gar keine Stimme im Gerechtigkeitswahlkampf. Dabei haben sie einiges zu sagen. Zu Besuch bei einer scheuen Spezies.

Die Reichen: Die Linke will sie entmachten, die SPD warnt vor Oligarchen. Was dm-Gründer Götz Werner und andere dazu sagen. Quelle: Titelfotos: Getty Images, Titelcollage: Dmirti Broido

Der Wohlstand ist nicht leicht zu erkennen. Er betritt die Hotellobby in Rollkragenpullover, dunkelblauen Jeans und Fleecejacke. Würde es draußen nicht ein wenig tröpfeln, Götz Werner wäre nicht mit seinem Elektro-Smart in den Stuttgarter Talkessel gefahren, sondern mit dem E-Bike hinabgerollt. Er lässt sich in einem der tiefen Sofas der Bar nieder, legt seine Lesebrille ab und bestellt grünen Tee. Da ist kein Hauch von Habitus und Attitüde, kein Geldstolz und kein Geltungsdrang. Nur viel Gelassenheit und Souveränität.

Götz Werner, 73, Gründer des Drogerieriesen dm, Schätzungen zufolge mit einem Vermögen von mehr als einer Milliarde Euro gesegnet, erregt nicht gerne Aufmerksamkeit. Es sei denn, es geht um Themen, die ihm wichtig sind, ein bedingungsloses Grundeinkommen zum Beispiel oder die Revolution des Steuerrechts. Werner ist einer der ganz wenigen Vermögenden in Deutschland, die weder die Öffentlichkeit noch die politische Auseinandersetzung scheuen.

 
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