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Historiker Paul Nolte "Populismus ist nicht mit Geld zu bekämpfen"

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Nolte, 54, ist Professor für Neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin. Sein jüngstes Buch: „Demokratie. Die 101 wichtigsten Fragen“.

Die heutige Lage sei mit der Zwischenkriegszeit vergleichbar, sagt Paul Nolte. Der Berliner Historiker über das Dilemma der Konsensdemokratie, die Krise der Volksparteien und das Auseinanderdriften der Mittelschicht.

WirtschaftsWoche: Herr Nolte, was erwarten Sie vom politischen Jahr 2018?
Paul Nolte: Die Deutschen steigern sich ja gern in Untergangsvisionen hinein. Daran möchte ich mich nicht beteiligen. Es sind unruhige Zeiten, aber ich bin weder verzweifelt noch in apokalyptischer Stimmung. Etwas Gelassenheit ist angezeigt.

Im vergangenen Jahr hatten Sie allerdings noch Parallelen zwischen der gegenwärtigen Bundespolitik und der Weimarer Republik gezogen. Das war eine Warnung.
Vorsicht, wenn ich für Gelassenheit plädiere, meine ich damit nicht Sorglosigkeit. Und an dem Befund halte ich fest: Unsere heutige politisch-gesellschaftliche Lage ist nur mit der Zwischenkriegszeit vergleichbar.

Das müssen Sie genauer erklären.
Wir stecken in einer tiefen Verunsicherungskrise. Die liberalen Demokratien, eben auch die deutsche, stehen mit dem Erstarken des rechten Populismus vor der größten Herausforderung seit den Zwanzigerjahren. Damals wie heute besteht die Gefahr, dass unsere pluralistischen Gemeinwesen – von Vertrauensverlusten geschüttelt – in autoritäre Systeme kippen könnten.

 
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