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Nils Ole Oermann "Da sind wir wieder bei Frau Nahles..."

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Wirtschaftsethiker Nils Ole Oermann über Lohngerechtigkeit in Zeiten der Globalisierung. Quelle: Werner Schüring für WirtschaftsWoche

Der Wirtschaftsethiker und Politikberater über gerechte Löhne auf globalisierten Märkten und die Vergleichbarkeit von Äpfel und Birnen.

Herr Professor Oermann, ein gerechter Lohn – kann es so etwas geben?
Wenn Sie das mit einer Zahl in Euro und Cent beziffern wollen, dann wird es schwer. Hilfreicher scheint da ein alter Maßstab der Gerechtigkeit, der sich schon bei Aristoteles findet. Danach ist ein Lohn dann gerecht, wenn Leistung und Gegenleistung einander entsprechen. Zugegeben: Damit klärt man nicht alle komplexen Fragen der Lohnfindung im digitalen 21. Jahrhundert, aber die Proportionalitäten sollten schon stimmen. Fast niemand hat etwas gegen gute Bezahlung für jene, bei denen die Leistung stimmt. Wer aber mit dieser Definition Boni für Manager betrachtet, die ihre Firmen runtergewirtschaftet haben, statt etwas zu leisten oder aufzubauen, der weiß, dass ein Bonus für so ein Versagen ungerecht ist und eigentlich ein Malus angesagt wäre.

 
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