SPD Schulz hat das Thema verfehlt, schon wieder

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Martin Schulz will Atomwaffen verbannen und das Land sozial gerechter machen. Aber er findet kein Thema, das die Bürger umtreibt.

Martin Schulz. Quelle: dpa

Martin Schulz hat eine neue Wahlkampfwaffe entdeckt, mal wieder. Diesmal sogar buchstäblich. Der SPD-Kanzlerkandidat forderte gerade den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland. Offenbar hofft er, auf diese Weise eine Kettenreaktion auszulösen, die ihn doch noch ins Bundeskanzleramt befördert. Dafür bräuchte es in der Tat mindestens einen Energieschub von atomaren Ausmaßen, so schlecht sind die sozialdemokratischen Umfragewerte.

Man könnte lange über den Waffenvorschlag streiten, gar spotten. Eins aber muss man Schulz lassen: Er bleibt sich treu. Auch diesmal identifiziert der Herausforderer zielsicher ein Thema, das dem Wähler gerade eher unwichtiger statt wichtiger geworden ist. Über Nuklearwaffen in Deutschland wurde lange gestritten. Aber nur weil nun ein wirrer Präsident im Weißen Haus residiert, haben die Deutschen trotz Nordkoreakrise kaum Angst vor dessen nuklearem Erstschlag. Im Gegenteil: In einer volatilen Welt ist ein neues Interesse an Sicherheitspolitik erwacht, auch deutscher. Als Wahlkampfzünder dürften die US-Atomwaffen also kaum taugen.

 
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