Steuertricks Die erstaunliche Untätigkeit des Wolfgang Schäuble

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Steuertricks um den Dividendenzahltag - das sogenannte Dividendenstripping - kosteten den Fiskus Milliarden. Der Finanzminister will den Hergang aber offenbar nicht aufklären. Warum bleiben die Steuertricks ungeahndet?

Wolfgang Schäuble Quelle: AP

Normalerweise ist Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eisenhart, wenn es um das Eintreiben von Steuern geht. Umso mehr erstaunt, dass der Minister einen der größten Steuerskandale Deutschlands offenbar durch Schweigen und Ausflüchte zu verharmlosen versucht. Schlimmer noch: Seine Mitarbeiter schrecken nicht einmal davor zurück, den Deutschen Bundestag mit falschen Informationen zu füttern. Böse formuliert könnte man sagen: Schäuble versucht, die Abgeordneten hinters Licht zu führen.
Bei dem Steuerskandal geht es um die seit vielen Jahren gängige Praxis, dass ausländische Staats- oder Investmentfonds in Deutschland die fällige Kapitalertragsteuer umgehen. Dazu übertragen sie rund um den Dividendenstichtag ihre Aktienpakete kurzzeitig auf inländische Institute, die sich von der Kapitalertragsteuer befreien lassen können (sogenanntes Dividendenstripping). Die Steuerausfälle durch diese Praxis schätzen Experten auf bis zu 20 Milliarden Euro allein im vergangenen Jahrzehnt.

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Dividendenstripping war nur bis 2001 zulässig

 
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