Griechenland Die Kultur der Korruption ist schwer zu durchbrechen

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Trotz der Reformbemühungen ist Griechenland heute höher verschuldet als vor Beginn der Krise. Quelle: dpa Picture-Alliance

Im August will sich Griechenland wieder am Kapitalmarkt finanzieren. Doch das Land ist noch längst nicht reformiert. Vor allem die Korruption grassiert weiter, zeigt der Kampf einer jungen Griechin.

Um zu Kristina Tremonti, 27, im Athener Hafenviertel zu gelangen, nimmt man am besten die U-Bahn. Ein Ticket benötigt man nicht. Alle Kontrolleure wurden entlassen, durch elektronische Türen ersetzt – und die „haben Anarchisten eingetreten“, sagt Tremonti: „Jetzt zahlt gar keiner mehr.“ Und für die Reparatur der Türen fühlt sich auch niemand verantwortlich.

Tremonti hätte eigentlich allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Die griechische Antikorruptionskämpferin wurde vom US-Magazin „Forbes“ soeben in die Liste „30 unter 30“ gewählt, einem weltweiten Ranking junger Leute, von denen man in Zukunft wohl noch viel hören wird. Vor einigen Wochen hat sie ein Antikorruptionsprojekt der OECD abgeschlossen, bei dem sie als Beraterin tätig war. Trotzdem ist Tremonti frustriert: „Es ändert sich nichts“, sagt sie. Sie sollte es wissen. Schließlich hat Tremonti ein vielversprechendes Leben in Amerika aufgegeben, um genau das zu versuchen: ihre Heimat zu verändern.

 
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