Parallelwährungen Gutes Geld, schlechtes Geld

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Aus eins mach zwei? Die Frage eines Währungswettbewerbs hat Ökonomen schon in früheren Jahrhunderten beschäftigt Quelle: Illustration: Leander Assmann

In der italienischen Regierung zirkuliert die Idee, staatliche Schuldscheine einzuführen, die die Menschen auch als Zahlungsmittel verwenden können. Ist die Idee einer Parallelwährung genial oder völlig daneben?

Yanis Varoufakis hat es als Finanzminister Griechenlands versucht. Arnold Schwarzenegger hat es als Gouverneur von Kalifornien getan. Und jetzt verbreiten auch italienische Politiker wie der neue Innenminister Matteo Salvini eine Idee, die das Geld- und Währungssystem umkrempelt. Die Rede ist von der Ausgabe staatlicher Schuldscheine, mit denen die Regierung ihre Zahlungsrückstände und Ausgabenverpflichtungen begleicht. IOU („I owe you“) nannte Schwarzenegger die Schuldscheine, mit denen er im Juli 2009, als der Sonnenstaat in eine Haushaltskrise rutschte, Steuern erstattete und Rechnungen von Lieferanten beglich. Mit den Papieren schuf sich die Regierung ihr eigenes Geld, weil ihr die Gläubiger keines mehr leihen wollten.

In Griechenland blieb es bei dem bloßen Plan, staatliche Schuldscheine auszugeben. Als absehbar war, dass Finanzminister Varoufakis sie als Parallelwährung plante, um Griechenland den Austritt aus der Euro-Zone zu ermöglichen, drängte Regierungschef Alexis Tsipras ihn auf Druck von Frankreich und Deutschland aus dem Amt.

Historische Vorbilder

 
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