Portugal Linke jagen Reformer aus dem Amt

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Wird der bisherige Musterschüler unter den Euro-Krisenländern zum zweiten Griechenland? Die Gefahr besteht.

António Costa Quelle: AP

Sie teilen den Familiennamen, sind aber nicht verwandt und haben auch sonst so gut wie nichts gemeinsam. António Costa, Parteichef der portugiesischen Sozialisten und früherer Bürgermeister von Lissabon, und Zentralbankchef Carlos Costa. Ersterer will nach dem geglückten Misstrauensvotum gegen den konservativen Regierungschef Pedro Passos Coelho nun Ministerpräsident werden. Letzterem bereitet das Sorgen, so sehr, dass er die von Amts wegen eigentlich gebotene politische Zurückhaltung aufgibt: „Für alle Fehler, die heute gemacht werden, werden wir in zwei, drei oder fünf Jahren bezahlen, und zwar unter größeren Schmerzen!“

Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass der Notenbanker Costa mit seiner Warnung bei der neuen Parlamentsmehrheit Gehör findet. Die kleinen linken Fraktionen – die Linksradikalen und die grün-kommunistische Allianz mit dem hübschen Kürzel CDU – wollen die totale Abkehr von der Sparpolitik der vergangenen Jahre, und António Costas Sozialisten, die von Haus aus eigentlich gemäßigter sind, müssen ihren Bündnispartnern entgegenkommen.

 
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