Thales-Chef Caine "Den Nationalstolz auf die heimische Industrie überwinden"

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Thales-Chef Patrice Caine. Quelle: REUTERS

Patrice Caine, Chef des Militärtechnik-Konzerns Thales, fordert von Berlin ein klares Bekenntnis zu europäischer Kooperation.

WirtschaftsWoche: Herr Caine, seit Jahrzehnten spricht man in Europa von einer Verteidigungsunion - ohne greifbare Ergebnisse. Wie hoch schätzen Sie die Chancen ein, dass sich das mit der im November in Brüssel beschlossenen „permanenten strukturierten Zusammenarbeit“ (Pesco) und der im Sommer von Berlin und Paris angekündigten Kooperation beim Bau eines Kampffliegers ändert?
Patrice Caine: Ich glaube, dass alle darin übereinstimmen, dass sich dieses Projekt aufdrängt. Wenn man über die Grenzen Europas hinaus blickt auf die Länder, die über eine bedeutende Rüstungsindustrie verfügen, dann sieht man ganz deutlich, dass die europäischen Unternehmen bei der Verteilung der Marktanteile im Nachteil sind. Dass Europa eines Tages - wir werden noch darüber sprechen müssen, wann genau das ist - sich über Fragen der Verteidigung einigt, ist deshalb ein Muss. Anders gesagt: Wenn wir es nicht tun, sind wir dazu verdammt, technologisch und mengenmäßig deklassiert zu werden.

 
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