Unabhängigkeit Kataloniens Spanien verkennt die Faszination des Marktes

Premium

Die Lösung des Streits um Katalonien liegt in einer ökonomischen Entflechtung von Staat und Region. Wie es Italien vorgemacht hat.

Wo es noch Unabhängigkeits-Bestrebungen gibt
Schon im Mittelalter haben die Basken von der spanischen Krone weitgehende Autonomie erhalten. Quelle: REUTERS
Die Nationalpartei (SNP) der schottischen Regierungschefin Nicola Sturgeon hat das Thema Unabhängigkeit Schottlands nach der Wahlschlappe im Juni zurückgestellt, aber nicht aufgegeben. Quelle: dpa
In Nordirland wittert die pro-irische Sinn Fein im britischen EU-Austritt perspektivisch eine Chance, sich von London loszusagen - und Irland anzuschließen. Quelle: dpa
Seit Jahrzehnten streben viele Korsen nach mehr Eigenständigkeit von Frankreich Quelle: REUTERS
In den wirtschaftsstarken Nord-Regionen Lombardei und Venetien sollen die Menschen am 22. Oktober in Referenden über mehr Autonomie abstimmen. Quelle: dpa
Auf der Mittelmeerinsel Sardinien fühlen Separatisten durch Katalonien Rückenwind; Separatisten reisten eigens nach Barcelona. Quelle: dpa
Die flämischen Nationalisten streben ein „völlig unabhängiges Flandern“ als Fernziel an. Quelle: gms

Die katalanische Keilerei etabliert sich gerade als neue Unterform des politischen Nahkampfes: Zwei Seiten schlagen unentwegt aufeinander ein, ohne dass irgendjemand sich bewegt. So ist auch die dritte Woche in diesem Streit um die Unabhängigkeit Kataloniens, oder je nach Perspektive die Integrität Spaniens, zu Ende gegangen.

Der Fehler, den beide Seiten zum eigenen Nachteil begehen: Sie wägen das Kräfteverhältnis in politischen Symbolen auf. So verkennen sie, dass sich das katalanische Knäuel lösen ließe, ginge man es aus anderer Perspektive an: der ökonomischen. Denn würden die Katalanen statt auf politische auf ökonomische Unabhängigkeit pochen, würde ein Dominoeffekt zu mehr Freiheit und Wohlstand einsetzen. Würde wiederum Madrid diese finanzielle Trennung zulassen, könnte der Gesamtstaat ebenfalls profitieren. Öde Theorie? Nein.

 
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%