Vor den Wahlen Politische Instabilität gefährdet Italiens Boom

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Einkaufsstraße in der Innenstadt von Mailand

Der überraschende Aufschwung in der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft ist auf Sand gebaut. Denn nach den Parlamentswahlen droht in Italien eine politische Hängepartie.

Das Italien-Prinzip, findet Pierpaolo Manes, lässt sich an einer Flasche erklären, aus der drei Holzhalme hervorlugen, die einen betörenden Duft verströmen. Dutzende dieser Gefäße stehen in einem holzvertäfelten Raum an einer Mailänder Einkaufsstraße. Hier hat Manes, Chef des Duftherstellers Culti Milano, ein Vorzeigegeschäft eröffnet. Der für einen italienischen Chef unverschämt junge Manager, der sich an diesem Tag das Hemd unter dem scharf geschnittenen Sakko zugunsten eines Shirts spart, zeigt die Vase mit den duftenden Holzstäben geradezu als Sinnbild der italienischen Wirtschaft. Manes nimmt eines der Gefäße, hält es gegen das Licht. Sattes Orange leuchtet auf. Nachahmer aus dem Osten, erklärt er, erzielten diesen Effekt, indem sie einfach die Füllflüssigkeit färbten. Culti aber produziere farbiges Glas. „Das ist teurer und umständlicher, aber eben wertiger“, sagt Manes. Teuer, umständlich, aber wertig. So sehen sie die Quintessenz ihrer Wirtschaft.

 
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