Warum eigentlich... ...bergen Staatsanleihen angeblich keine Risiken?

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Ökonomen fordern schon lange, Banken sollten für ihre Staatsanleihen Risikovorsorge schaffen. Doch die Politik zögert noch. Warum ist das so?

Staatsanleihen Quelle: dpa

Seit der Umstrukturierung der griechischen Staatsschulden 2012 ist es offensichtlich: Europäische Staatsanleihen sind nicht risikofrei. Privatinvestoren haben damals rund 60 Prozent ihres Kapitals verloren. Die europäische Gesetzgebung blendet die
Ausfallrisiken von Staatsanleihen bisher jedoch komplett aus. Banken dürfen unlimitiert Staatsanleihen halten. Und anders als etwa bei Unternehmensanleihen müssen die Banken für Staatsanleihen kein Eigenkapital vorhalten, weil es – auf dem Papier – kein Risiko abzusichern gibt.
Ökonomen wollen das seit geraumer Zeit ändern. Doch die Politik tut sich schwer, vom Mythos der risikofreien Staatsanleihen Abschied zu nehmen.

Denn für die Finanzminister ist es angenehm, dass heimische Banken ihnen unbeschränkt Kredite gewähren. In der Euro-Zone halten die Banken 20 bis 30 Prozent der Staatsschulden ihrer Länder in ihren Bilanzen, heißt es in einem aktuellen Papier des europäischen Rettungsfonds ESM. In Italien liegt der Anteil über 30 Prozent, in den USA dagegen unter 20 Prozent, Tendenz fallend (siehe Grafik).

 
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