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Denkfabrik Die Europäische Zentralbank folgt einem falschen Konzept

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EZB Quelle: dpa

Die EZB begründet ihre niedrigen Leitzinsen damit, dass der "natürliche Zins" ebenfalls niedrig sei. Doch dieses Argument führt in die Irre.

Der Leitzins ist das zentrale geldpolitische Instrument der meisten Zentralbanken. Aber wann ist der Leitzins hoch oder niedrig? Diese Frage versuchen Zentralbanken mit Blick auf den sogenannten natürlichen Zins zu beantworten, er ist für sie eine wichtige Referenzgröße. Setzt die EZB ihren Leitzins unter den natürlichen Zins, ist ihre Geldpolitik expansiv ausgerichtet und schiebt das Wirtschaftsleben an – die Konjunktur, die Kreditvergabe, die Preise von Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen oder Immobilien sowie die Verbraucherpreise. Liegt der Leitzins dagegen über dem natürlichen Zins, verfolgt die EZB eine restriktive Politik und dämpft die wirtschaftliche Aktivität. Das heißt allerdings auch: Schätzt die EZB eine so zentrale Größe wie den natürlichen Zins falsch ein und ist er in den vergangenen Jahren nicht wie von ihr vermutet auf ein sehr niedriges oder sogar negatives Niveau gefallen, liegt sie mit ihrer lockeren Geldpolitik daneben.

Theoretisches Konstrukt

 
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