Herbstgutachten Die drei großen Risiken des Konjunkturbooms

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Die deutsche Wirtschaft wächst noch stärker als erwartet. Doch der Boom vernebelt die latenten Risiken für Märkte, Unternehmen und Politik.

Baukran in rotem Licht Quelle: dpa

Wird der Aufschwung zur never-ending story? Die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen in ihrem aktuellen Herbstgutachten mit einem noch höheren Wachstum als bislang prognostiziert. 2017 werde das Bruttoinlandsprodukt um rund 1,9 Prozent zulegen (statt 1,5 Prozent), 2018 könnten es gar um die 2,0 Prozent sein – dies wäre der höchste Wert seit 2011. Gleichzeitig steigen die Exporterwartungen der Betriebe, bleibt die Lage am Arbeitsmarkt exzellent und geben die Bürger ihr Geld mit vollen Händen aus.

Also kein Grund zur Sorge? Mitnichten! Denn erstens sehen viele Ökonomen schon jetzt eine Überhitzung der Wirtschaft, die (unter anderem) zu Preisblasen an den Aktien- und Immobilienmärkten führt. Zweitens provozieren die guten Daten polit-ökonomische Kollateralschäden: Die Politik läuft Gefahr, sich mit Blick auf die konjunkturelle Schönwetterphase zurückzulehnen und Reformen zu verschleppen. Beginnt in den Koalitionsverhandlungen das Geschacher um Posten und Projekte, könnten marktwirtschaftliche Ideen schnell der schwarz-gelb-grünen Koalitionsräson zum Opfer fallen.

 
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