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Nachgefragt "Es gibt einen Physikneid der Ökonomen“

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Der Wiener Ökonom Rahim Taghizadegan kritisiert die Statistik- und Mathematikgläubigkeit der Wirtschaftswissenschaft.

Diese Ökonomen haben unsere Welt geprägt
Korekiyo Takahashi Quelle: Creative Commons
Korekiyo Takahashi Quelle: Creative Commons
János Kornai Quelle: Creative Commons
Lorenz von Stein Quelle: Creative Commons
Steuererklärung Quelle: AP
Mancur Olson Quelle: Creative Commons
Thorstein Veblen Ökonom Quelle: Creative Commons

WirtschaftsWoche Online: Herr Taghizadegan, Kritiker bemängeln, die Volkswirtschaftslehre sei zu mathematisch und gebe keine Antworten mehr auf drängende Fragen der Zeit. Ist die Kritik berechtigt?
Herr Rahim Taghizadegan: Die meisten Volkswirte arbeiten für den Staat, im akademischen Bereich, bei Zentral- oder Geschäftsbanken. Dort besteht ihre Aufgabe darin, auf mathematischen Berechnungen basierende Alibis für politische Entscheidungen zu formulieren. Zahlen suggerieren eine Präzision, die es den Politikern erlaubt, ihre Argumente für staatliche Interventionen gegen Kritik zu immunisieren. Mit verbalen Analysen können sie wenig anfangen, weil diese nicht die Aura wissenschaftlicher Exaktheit ausstrahlen.

Wollen Sie ernsthaft behaupten, man könne ohne Zahlen und Mathematik anspruchsvolle ökonomische Forschung betreiben?
Zahlen sind nicht per se schlecht. Aber es lässt sich eben nicht alles in Zahlen fassen. Vor allem nicht die Zukunft. Menschliches Handeln wird – anders als naturwissenschaftliche Zusammenhänge – nicht durch Konstanten bestimmt.

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