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Facebook, Twitter, Instagram Eine ökonomische Theorie der sozialen Medien

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Likes funktionieren schon längst als eine Art Währung Quelle: imago

Halb Geld, halb Gabe – und ein schwankendes Währungssystem: Likes, Retweets und Followerzahlen von Facebook, Twitter und Instagram prägen die heutige Kommunikation. Ist unser Umgang mit dem Mögen und Gemochtwerden souverän?

Jede Gesellschaft entwickelt ihre sozialen Medien, wird von ihnen verändert – und ändert sie selbst. Die wichtigsten sozialen Medien sind – abgesehen vom allgemeinen Medium Sprache – Geschenke und Geld. Geschenke deshalb, weil sie soziale Beziehungen stiften. Und Geld, weil es die Möglichkeit schafft, mit Fremden in Austausch zu treten, ohne eine engere Beziehung zu benötigen. Wie Georg Simmel schon in seiner Philosophie des Geldes schreibt, ermöglicht das Geld, dass man Tausch mit Personen betreibt, die man nicht kennt. Man gibt Geld für einen Laib Brot, und danach gehen Bäcker und Käufer ihrer Wege; es besteht kein größerer Anlass, aus dieser Interaktion eine Beziehung aufzubauen. Erst dadurch, so Simmel, können Menschen Gesellschaften entwickeln, die so groß werden, dass man seine Tauschpartner nicht mehr kennt.

 
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