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Deutsche Bank So könnte die Wende der Aktie ablaufen

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Die Deutsche Bank versucht mit dem neuen Konzernchef Christian Sewing den Neuanfang. An der Börse kommt der Chefwechsel gut an. Quelle: REUTERS

Der Kursverlauf der Deutschen Bank ist eine Katastrophe. Doch es gibt Anzeichen dafür, dass der Abwärtstrend bald zu Ende sein könnte. Aus Sicht der Charttechnik ist die Bank eine der großen Wende-Spekulation weltweit.

Es gibt keine namhafte deutsche Aktie, die einen so extremen Verlauf hat wie die Deutsche Bank. Wie tief die Notierungen in den vergangenen zehn Jahren gesunken sind, zeigt ein Blick auf die langfristige Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Der Kursverlauf ist hierbei rückwirkend um Kapitalmaßnahmen bereinigt.

Die Finanzkrise trifft die Deutsche Bank viel stärker als erwartet

Mit Kursen zwischen 11 und 12 Euro steht die Aktie heute auf dem Niveau von 1983, als die weltweite Aktienhausse gerade begann. Den Dax gab es damals noch nicht. Rechnet man ihn zurück, hätte er damals einen Indexstand um 700 Punkte gehabt. Während der Gesamtmarkt trotz Finanzkrise, Hightech-Baisse und zahlreicher kurzer Rückschläge heute um 1700 Prozent höher notiert, steht die Deutsche Bank nun wieder ganz am Anfang.

Der große Bruch in der langfristigen Entwicklung der Deutschen Bank fand in der Finanzkrise statt. Bis dahin, also bis ins Jahr 2007, war die Deutsche Bank ein Top-Performer im Dax. Seit Beginn der Hausse in den frühen Achtzigerjahren hat sich die Aktie mehr als verzehnfacht. Vier Jahrzehnte verlief der Kurs in einem mustergültigen Aufwärtstrendkanal (1). Dieser große Aufwärtstrend der Deutschen Bank wurde in der Finanzkrise 2008 massiv nach unten durchschlagen (2). Der Absturz war heftiger als alle Kursrückschläge, die es davor gab – etwa im Crash von 1987, in der Asien- und Russlandkrise, oder in der Baisse bis 2003. Die hohe Dynamik des Absturzes war ein Zeichen dafür, dass die Deutsche Bank in der Finanzkrise stärker erschüttert wurde, als es von außen den Anschein hatte.

Das zweite Warnsignal, das der langfristige Kursverlauf gibt, ist die schwache Erholung in den allgemeinen Hausse-Jahren nach der Finanzkrise. Während der Dax bis zu seinen alten Höhen kam und dann sogar darüber hinaus, schaffte die Deutsche Bank bei Notierungen zwischen 20 und 30 Euro nur eine zähe Seitwärtsbewegung. Schlimmer noch: Ende 2015 fiel die Aktie aus dieser Konsolidierungsformation nach unten heraus (3). Dies war das dritte große Verkaufssignal.

So, wie die Deutsche Bank bis 2007 in einem großen Aufwärtstrendkanal verlief, verläuft sie seitdem spiegelbildlich in einem nach unten gerichteten großen Abwärtstrendkanal. Bisher gibt es weder Signale, dass dieser Abwärtstrend beendet wäre, noch eine Bodenbildung, nach der die Kurse bald nach oben drehen müssten.

Dennoch lässt sich aus Sicht der Charttechnik ein Szenario für eine mögliche Bodenbildung der Deutschen Bank entwickeln und die Frage beantworten, ob und wann die Aktie wieder ein Kauf sein könnte.

Drei Gründe, warum die Deutsche Bank unten sein könnte

Die ersten Anhaltspunkte liefert der große, bis 2007 bestehende Aufwärtstrend.

Grundregel dabei: Die maximale Höhe innerhalb des Aufwärtstrends gibt ein Mindestziel für die nachfolgende Abwärtsbewegung. Bestimmt wird die Höhe des Aufwärtstrends durch die Top-Kurse in den Hausse-Bewegungen 1986 und 2000. Trägt man die vertikale Höhe des Trendkanals beim Ausbruchspunkt, dem großen Verkaufssignal 2007 (2) nach unten ab, ergibt sich ein Zielbereich um 11 Euro. Zweimal schon sind die Notierungen bis in diese Kurszone abgetaucht.

Eine zweite Projektion kommt zu einem noch niedrigeren Kursniveau. Zwischen den Kursspitzen von 2000 sowie 2007 und dem Tiefpunkt von 2003 entstand eine große Zweifachspitze. Dieses Doppeltop ist zwar nicht exakt ausgebildet, weil die Kurse in der Konsolidierung nach der Finanzkrise wieder etwas über die Basislinie bei 26 Euro kamen. Dennoch zeigt die massive nachfolgende Abwärtsentwicklung, wie wirksam die Top-Formation war. Spiegelt man die Höhe der Top-Formation bei der Basislinie von 26 Euro (4) nach unten, ergibt sich eine Zielzone von 8 bis 9 Euro. Ende 2016 erreichte der Kurs hier seinen bisherigen Tiefpunkt.

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