Claus Weselsky „Mehr Zugausfälle auch im Güterverkehr “

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Claus Weselsky, GDL Quelle: dpa

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL über die ökonomischen Folgen des Fachkräftemangels bei der Bahn – und die Tücken automatischer Züge.

WirtschaftsWoche: Herr Weselsky, es gibt den Mythos, dass viele Jungs Lokführer werden wollen …
Herr Claus Weselsky: … das ist kein Mythos …

… aber im Erwachsenenalter scheint sich die Faszination zu verflüchtigen. Mittlerweile fallen regelmäßig Züge aus, weil sich niemand für den Führerstand finden lässt.
Das stimmt leider. Aktuell fehlen mindestens 1200 Lokomotivführer. Die Zahlen müssen ständig nach oben korrigiert werden, auch weil seit dem 1. Januar die Wochenarbeitszeit von 39 auf 38 Stunden gesunken ist. Das Problem der personalbedingten Zugausfälle wird sich in diesem Jahr deutlich verschärfen – nicht nur im Personenverkehr, sondern auch im Güterverkehr. DB Cargo sucht derzeit mehr als 400 Lokomotivführer. Es ist mittlerweile völlig normal, dass voll beladene Güterzüge über 24 Stunden auf Nebengleisen abgestellt werden und auf jemanden warten, der die Lok bedienen kann.

 
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