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Deutsche Bahn Krisenmanager gefragt

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2016 lief schlechter als noch im Dezember erwartet. Eine Sonderabschreibung könnte die Bahn wieder in die roten Zahlen drücken.

Das sind die größten Baustellen der Bahn
Erst vor wenigen Tagen hat die Bahn den neuen ICE 4 vorgestellt – und sich im Fernverkehr Einiges vorgenommen. Um 25 Prozent soll das Angebot bis 2030 ausgebaut, fünfzig Millionen neue Fahrgäste gewonnen werden. Tatsächlich schafft es die Bahn mit ihrer Preisoffensive, etwa mit den 19-Euro-Tickets, mehr Fahrgäste in die Züge zu locken. Aber die Rendite leidet. Quelle: dpa
Der Güterverkehr der Bahn ist ein Sanierungsfall. Zwar verbesserte sich das Ergebnis von DB Cargo im ersten Halbjahr 2016, aber die Sparte ist defizitär– und das schon seit Jahren. Zwischen 2007 und 2015 stagnierte die Verkehrsleistung, und das in einer boomenden Wirtschaft. Private Anbieter, auch auf der Straße, machen der Bahn zunehmend Konkurrenz. Quelle: dpa
174,63 Millionen Minuten haben die Personen- und Güterzüge der Bahn 2015 an Verspätungen eingefahren. Hauptursache ist die wachsende Zahl von Baustellen. Zwar schneidet die Bahn im ersten Halbjahr 2016 besser ab. Aber: Das Bemühen um pünktliche Züge ist laut Bahnchef Grube „mit großen Kraftanstrengungen verbunden“. Quelle: picture-alliance/ dpa
Die Bahn investiert viel Geld in die Infrastruktur: Gut 5,2 Milliarden Euro flossen 2015 etwa in die Instandhaltung von Schienenwegen und Brücken. Doch es hapert bei der Koordinierung der vielen Baustellen. Und so verursacht die von Konzernchef Grube gefeierte „größte Modernisierungsoffensive in der Bahn-Geschichte“ vor allem eines: Verspätungen. Quelle: dpa
Die Bahn braucht Geld, um den Schuldenanstieg zu bremsen. Geplant war deshalb ein Verkauf von maximal 40 Prozent der britischen Tochter Arriva und des Transport- und Logistikkonzerns DB Schenker. Arriva sollte im zweiten Quartal 2017 an der Londoner Börse starten, Schenker danach in Frankfurt. Doch die Pläne sind jetzt vom Tisch. Quelle: picture alliance/dpa
Bahnchef Grube feierte kürzlich die Grundsteinlegung für den Stuttgarter Tiefbahnhof, aber das Großprojekt bleibt umstritten. Beim Volksentscheid 2011 war noch von 4,5 Milliarden Euro Kosten die Rede. Der Bundesrechnungshof hält nun offenbar zehn Milliarden Euro für möglich, Grube selbst spricht von 6,5 Milliarden Euro. Quelle: AFP

Richard Lutz hatte geladen, doch kaum einer ist gekommen in den Bahntower am Potsdamer Platz in Berlin. Anfang März wollte der Finanzvorstand, der zu diesem Zeitpunkt noch Interimschef war, den 20 Aufsichtsratsmitgliedern die Bilanz des Jahres 2016 erläutern. Informationsveranstaltung nannte Lutz sein freiwilliges Angebot. Der Geschäftsbericht war gerade frisch gedruckt. Doch die Mehrheit der Aufsichtsratsmitglieder (Durchschnittsvergütung 31.000 Euro) blieb der Sitzung fern.

Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Lutz wird nicht nur neuer Bahn-Chef. Es gab auch Wichtiges zu besprechen. Die Probleme der Deutschen Bahn sind nämlich größer als angenommen. Ihr droht 2017, wie schon zwei Jahre zuvor, ein Konzernverlust.

Das legen Zahlen nahe, die der WirtschaftsWoche vorliegen. Vor allem die Güterbahnsparte DB Cargo steckt in einer existenziellen Krise. Als der Aufsichtsrat im Dezember 2016 zur regulären Sitzung in Berlin zusammentraf, rechnete DB Cargo für 2016 noch mit einem Umsatzminus von knapp vier Prozent.

 
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