Windenergie Die fatalen Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

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Die Windkraft-Branche kämpft mit Gegenwind. Experten warnen, dass sich der Markt für Windenergie an Land in Deutschland halbieren könnte. Die Hoffnungen der Branche liegen trotz Donald Trump in den USA.

Die größten Windkraft-Konzerne der Welt
Platz 14: XEMC (China)Nirgendwo auf der Welt werden jährlich mehr Windräder ans Stromnetz angeschlossen als in China. Zu den größten Profiteuren dieses fernöstlichen Grünstrom-Booms zählt XEMC. Der chinesische Elektrokonzern hat im Jahr 2009 die niederländische Energiefirma Darwind gekauft und sich so wertvolles Know-how für die Herstellung von Windturbinen und Rotorblättern gesichert, den wichtigsten Komponenten von Windenergieanlagen. Nach Berechnungen der Marktforschungsfirma FTI Intelligence brachte es XEMC 2016 auf einem Marktanteil von 2,2 Prozent. Marktanteil 2,2 Prozent.   Quelle: REUTERS
Platz 13: Dongfang (China)Der chinesische Staatskonzern Dongfang stellt Schiffe, Lokomotiven und Gasturbinen her. Zu einem immer einträglicheren Geschäft werden aber auch die Windräder, die das Unternehmen aus der Provinz Sichuan fertigt. Marktanteil: 2,2 Prozent. Quelle: REUTERS
Platz 12: Senvion (Deutschland)Deutschlands viertgrößter Windkraftkonzern Senvion rangiert global gesehen nur noch auf Platz 12. Die Hamburger kämpfen derzeit mit schwindenden Aufträgen, bröckelnden Marktanteilen und sinkenden Umsätzen. Nach einer Konsolidierungsphase soll der Erlös bis 2019 aber auf 2,6 Milliarden Euro in die Höhe schnellen. Damit die Konkurrenz Senvion in der Zwischenzeit nicht völlig enteilt, streicht der Konzern Hunderte Stellen und investiert in neue Produkte. Marktanteil: 2,5 Prozent. Quelle: dpa
Platz 11: Sewind (China)Die Windkraftsparte des chinesischen Staatskonzerns Shanghai Electric produziert in zwei Fabriken jährlich mehr als 3.000 Windräder. Besonders erfolgreich ist das Unternehmen mit seinen Anlagen auf hoher See. Im Segment Offshore-Wind zählt Sewind zu den drei größten Herstellern weltweit. In Deutschland sind die Chinesen zudem am Maschinenbauer Manz AG beteiligt. Marktanteil: 3,0 Prozent.   Quelle: dpa
Platz 10: CSIC Haiz huang (China)Unter den 14 führenden Windkraftkonzern der Welt befinden sich gleich acht Unternehmen aus China. Der Grund ist simpel: Im Reich der Mitte wurden alleine 2016 mehr als 40 Prozent der weltweit neu installierten Windräder ans Stromnetz angeschlossen. Ausländische Firmen kommen in China kaum zum Zug, der Markt ist weitgehend abgeschottet. Dieser Heimatbonus beflügelt Konzerne wie CSIC Haizhuang – sie prägen verstärkt den Weltmarkt. Marktanteil: 3,2 Prozent. Quelle: dpa
Platz 9: Mingyang (China)Chinas viertgrößter Windkraftkonzern will sich vom Maschinenbauer zum Service-Unternehmen wandeln. Zwar soll die Produktion von Turbinen, Gondeln und Rotorblättern weiterhin eine wesentliche Säule des Geschäfts bleiben, aber die Wartung und Instandhaltung von Windrädern verspricht höhere Renditen. Marktanteil: 3,5 Prozent. Quelle: PR
Platz 8: Envision (China)Lei Zhang ist das Enfant terrible der Windenergieindustrie. Der Chef von Envision bezeichnet sein Unternehmen gerne als das „Apple der Energiewelt“. Statt wie die Konkurrenz lediglich „dumme“ Windräder herzustellen, will Zhang künftig mit einer offenen Plattform Geld verdienen, die Angebot und Nachfrage im Energiemarkt synchronisiert. Schwankende Solar- und Windenergie will er im großen Stil mit Stromspeichern, Elektroautos oder Industrieanlagen koppeln und auf lange Sicht mit dem smarten Steuern von Energieflüssen Milliarden verdienen. Zumindest ein paar Jahre lang dürfte der Verkauf von Windmühlen aber noch das Kerngeschäft von Envision bleiben. Anders als die Wettbewerber lässt Envision aber die Anlagen von Subunternehmen fertigen. Damit braucht der Konzern fast zwanzig Mal weniger Fixangestellte als die Branchenführer. Nur das Design und die Patente gehören Envision. „Wie bei Apple“, meint Unternehmenschef Zhang. Marktanteil: 3,5 Prozent. Quelle: Bloomberg

Es gibt sie noch, die guten Nachrichten in der Windkraftbranche: 39.000 Megawatt sollte der erste Herbststurm vergangene Woche an nur einem Tag ins Netz pressen. Das berechnete der Essener Energiekonzern E.On und krönte seine Aussendung mit der Aussicht auf einen neuen Rekord. So lag der bisherige Windstromrekord bei 38.000 Megawatt an einem Tag.

Der Jubel über den Herbstwind mag auch deshalb so weite Verbreitung gefunden haben, weil es bei den Windmüllern derzeit eher wenig zu lachen gibt. Nach dem Hamburger Windturbinenbauer Senvion gab Anfang September auch Konkurrent Nordex bekannt, Hunderte Stellen abzubauen. 780 Mitarbeiter müssen bei Senvion gehen, bei Nordex sind es bis zu 500. Als Gründe für das radikale Sparprogramm führte das Hamburger Unternehmen Nordex die sinkende Nachfrage und veränderte Marktbedingungen in Deutschland und Europa an.

 
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