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AOK gegen Novartis Wer bezahlt das Zwei-Millionen-Euro-Medikament?

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Ein Vater setzt seinen Sohn mit Spinaler Muskelatrophie (SMA) in einen Rollstuhl. Das teure Medikament Zolgensma weckt bei Betroffenen große Hoffnung. Quelle: imago images

Zolgensma hilft gegen eine seltene Muskelerkrankung. Es ist allerdings sehr teuer und in Deutschland noch nicht zugelassen. Um den schwerkranken Kindern schnell zu helfen, übernehmen einige Kassen dennoch die Kosten. Matthias Mohrmann, Vorstand der AOK Rheinland/Hamburg kritisiert diese Praxis und macht Novartis Vorwürfe.

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WirtschaftsWoche: Herr Mohrmann, viele Eltern hoffen, dass ihre an der Muskelerkrankung SMA leidenden Kinder mit dem Novartis-Medikament Zolgensma gesund werden. Einige Kassen haben sich nun bereiterklärt, das zwei Millionen Euro teure Mittel zu bezahlen, obwohl es in Deutschland noch nicht zugelassen ist. Sie kritisieren diese Praxis. Haben Sie kein Mitleid mit den Kindern und ihren Familien? 
Matthias Mohrmann: Wir stehen an der Seite der betroffenen Familien und wollen ihnen nach Kräften helfen. Entgegen des in der Berichterstattung häufig geschürten Eindrucks gibt es aber bis heute keinerlei Studien, die eine Überlegenheit gegenüber dem zugelassenen Medikament Spinraza belegen. Auch die im Rahmen der US-Zulassung mit Zolgensma behandelten Kinder sind heute nicht geheilt und vielfach beatmungspflichtig. In Europa ist Zolgensma noch nicht von der Arznei-Zulassungsbehörde genehmigt. Es kann nicht sein, dass die Kassen für ein Medikament bezahlen, bei dem jegliche Belege für eine Überlegenheit gegenüber bewährten Therapien fehlen. 

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