WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Siemens Joe Kaeser kappt die deutschen Wurzeln seines Konzerns

Premium
Joe Kaeser Quelle: Bloomberg

Der Börsengang der Medizintechnik ist der entscheidende Schritt zu einem nach Wunsch der Investoren konstruierten Unternehmen. Joe Kaeser kappt dabei die deutschen Wurzeln des Konzerns – und ignoriert einige Risiken.

Die Zukunft von Siemens trägt weiße Kittel und Schuhe mit eingebauter Erdung. Es ist ruhig, fast schon gespenstisch still in der Fabrikhalle in Flanders, New Jersey. Keine Unterhaltung, nicht mal ein Radio läuft. Verboten. Die Frauen und Männer sollen hoch konzentriert arbeiten: Kabelbäume durch Gehäuse ziehen, Riegel mit Prozessoren, Chips und Speichern an ihren Platz heften, am Schluss die Software aufspielen, bevor sie die Automaten, weiß im Unterbau, mit einer getönten Glasscheibe als Deckel, zur Endabnahme schicken. „Atellica Solution“ nennt Siemens diese Dinger, die aussehen wie Särge – aber die größten Hoffnungsträger des Konzerns sind. Sieben Jahre Arbeit und Hunderte Millionen Dollar hat das Unternehmen investiert. Atellica ist die erste eigene Entwicklung der Labordiagnostiksparte. Ein Apparat zur Untersuchung menschlicher Proben wie Blut oder Gewebe. Schneller, präziser, flexibler als alles je Dagewesene. Mit ihm will der Konzern endgültig die Marktführerschaft in der Medizintechnik erobern, die bei Siemens unter Healthineers firmiert.

 
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%