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Nach Anzeige der Bafin Ermittler prüfen weitere Aktiengeschäfte von Berenberg-Mitarbeitern

Ein Angestellter der Berenberg-Bank soll für die Bank Aktien erworben haben, ohne eine Stimmrechtsmeldung abgegeben zu haben. Nach einer Anzeige der Finanzaufsicht werden nun weitere Aktiengeschäfte geprüft.

Die Bank selbst ist bislang nicht im Visier der Ermittler. Quelle: Handelsblatt Online

FrankfurtDie Staatsanwaltschaft Hamburg hat ihre Ermittlungen gegen einen Mitarbeiter der Berenberg-Bank ausgeweitet. Sie untersucht nun auch Geschäfte mit Aktien des Kabelnetzbetreibers Tele Columbus und der Immobilienfirma WCM, bestätigte am Donnerstag eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft einen Bericht der „Wirtschaftswoche“.

Der Angestellte soll für die Bank Aktien erworben, jedoch keine Stimmrechtsmeldungen abgegeben haben. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Verstoß gegen Meldepflichten vorliegt und hierdurch die Börsenkurse der Unternehmen beeinflusst wurden. Auslöser war eine Anzeige der Finanzaufsicht Bafin.

Der Berenberg-Mitarbeiter war bereits wegen des Kaufs von Aktien des Pumpenherstellers Pfeiffer Vacuum im Visier der Ermittler. „Wir kooperieren umfassend mit den Behörden“, bekräftigte eine Berenberg-Sprecherin am Donnerstag.

Bislang werde nur gegen einen Berenberg-Mitarbeiter ermittelt. „Wir prüfen, ob andere Personen beteiligt sind, haben dafür aber bisher keine Anhaltspunkte“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Berenberg selbst oder andere Unternehmen seien bislang nicht im Visier. Die Auswertung der bei einer Durchsuchung sichergestellten Unterlagen dauere an.

Die Busch-Gruppe aus Baden-Württemberg war 2015 bei Pfeiffer Vacuum eingestiegen. Die Familie Busch meldete damals überraschend, dass sie bereits mehr als 15 Prozent an Pfeiffer Vacuum besitze. Aktionäre müssen jeweils öffentlich machen, sobald sie die Stimmrechtsschwellen von drei, fünf und zehn Prozent überschreiten. Dadurch soll ein „Anschleichen“ zumindest erschwert werden.

Die Busch-Gruppe erklärte, die Aktien von Pfeiffer Vacuum seien innerhalb eines kurzen Zeitraums zum Kauf angeboten worden. Daher sei eine Meldung der Zwischenschritte unterblieben. Von wem die Aktien stammten, ließ das Unternehmen offen. Bei der Übernahmeofferte der Busch-Gruppe für Pfeiffer Vacuum fungierte die Berenberg Bank als Abwicklungsstelle. Nach dem Abschluss der Übernahmeofferte im Juni hielt das Familienunternehmen rund 35 Prozent an Pfeiffer Vacuum.

Ähnlich gelagert waren die Fälle bei den Geschäften mit Aktien von WCM und Tele Columbus. Der Telekomanbieter United Internet meldete seinen Anteil an Tele Columbus Anfang 2016 erst, als er sich einen Anteil von 15 Prozent über eine Tochter gesichert hatte.

Der Immobilienkonzern DIC Asset gab Anfang Februar 2016 bekannt, seit einigen Tagen knapp 13 Prozent am Wettbewerber WCM zu halten. Kurze Zeit später waren es bereits mehr als 20 Prozent. WCM wurde inzwischen vom Wettbewerber TLG Immobilien übernommen, DIC nahm die Offerte an.

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