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Nach Aufruf von PRA Weitere Banken streichen ihre Dividenden – Druck auf Boni

Die britischen Geldhäuser ziehen nun nach und stoppen ihre Dividendenausschüttungen. Zur Aussetzung von Manager-Bonis äußerten sich die Institute nicht.

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Die britischen Finanzinstitute beugen sich der Aufforderung der britischen Aufsichtsbehörde PRA und setzen die Dividendenzahlungen aus. Quelle: dpa

Angesichts der drohenden finanziellen Belastungen in der Coronakrise und dem Druck der Aufseher streichen immer mehr Banken ihre Dividenden. Gleichzeitig werden die Rufe nach Kürzungen bei den Boni für die Mitarbeiter lauter.

Die britischen Geldhäuser Barclays, HSBC, Lloyds, Royal Bank of Scotland, Standard Chartered und die britische Tochter der spanischen Santander folgten dem Beispiel ihrer kontinentaleuropäischen Wettbewerber und stoppten ihre Ausschüttungen.

Für 2019 hatten die britischen Banken umgerechnet mehr als neun Milliarden Euro an Dividenden zahlten wollen. Die Aktien der Geldhäuser verloren daraufhin am Mittwoch mehr als fünf Prozent.

Mit der konzertierten Aktion folgten die britischen Geldhäuser dem Aufruf der britischen Aufsichtsbehörde PRA die Dividendenzahlungen auszusetzen. Die Kontrolleure forderten zudem, dass Banken und Versicherer ihren Führungskräften im laufenden Jahr keine Boni zahlen sollten. Die Institute äußerten sich zunächst nicht dazu, wie sie darauf reagieren wollen.

Top-Management von Unicredit und BBVA erhält keine Boni

Mit dem Aufruf zum Stopp der Dividendenzahlung folgten die britische Behörde dem Vorbild der EZB-Bankenaufsicht, die die Banken der Euro-Zone vergangene Woche zur Aussetzung von Gewinnausschüttungen aufgerufen hatte.

Auch außerhalb Großbritanniens ist längst eine Debatte über den Umgang mit den Boni ausgebrochen. Die italienische Großbank Unicredit und die spanische BBVA erklärten, dass das Top-Management für 2020 auf seine Boni verzichten werde.

Die Europäische Bankenbehörde EBA erhöhte den Druck auf andere Institute, dem Beispiel zu folgen. Sie legte den Geldhäusern einen besonnen Umgang mit Bonuszahlungen nahe. Die Herangehensweise sollte „konservativ“ sein und die gegenwärtige wirtschaftliche Situation widerspiegeln, teilte die Behörde am Dienstagabend mit. Einen kompletten Stopp der Boni verlangte die EBA indes nicht.

Die deutsche Finanzaufsicht Bafin hatte den Banken bereits vor einer Woche unter anderem empfohlen, Ausschüttungen von Boni sorgfältig abzuwägen. „Wir raten Finanzinstituten, mit vorhandenen Kapitalressourcen sehr sorgfältig umzugehen“, sagte Bafin-Chef Felix Hufeld damals.

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