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Nach Gewinnzahlen Wiener Bank Bawag will Einkaufstour fortsetzen

Die österreichische Bank Bawag hat zum Jahresauftakt weniger verdient. Sie kündigt an, nach Akquisitionszielen Ausschau zu halten.

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Der Nettogewinn schrumpfte um neun Prozent auf 86,5 Millionen Euro. Quelle: Reuters

Wien Das Wiener Geldhaus Bawag hat nach den jüngsten Übernahmen am deutschen Bankenmarkt weiterhin Appetit auf Zukäufe. „Für Wachstum durch Übernahmen sehen wir eine robuste Pipeline von Möglichkeiten“, schreibt Bankchef Anas Abuzaakouk in dem am Donnerstag vorgelegten Aktionärsbericht für das erste Quartal.

Nach möglichen Akquisitionszielen will das mehrheitlich im Besitz der US-Finanzinvestoren Cerberus und Golden Tree stehende Institut in Deutschland und der Schweiz Ausschau halten. Aber auch am Heimatmarkt kann sich die viertgrößte Bank des Landes Zukäufe vorstellen. Insgesamt habe das Unternehmen Übernahmeziele mit einer Bilanzsumme von bis zu 25 Milliarden Euro im Blick.

Bis Ende 2020 will die Bawag mehr als zwei Milliarden Euro erwirtschaften, die für Investitionen in organisches Wachstum sowie in Zukäufe gesteckt werden sollen. Sollte das Kapital nicht benötigt werden, sei auch die Ausschüttung von Sonderdividenden oder die Verwendung für einen Aktienrückkauf denkbar, hieß es. Grundsätzlich sollen die Aktionäre eine Dividendenausschüttung in Höhe von 50 Prozent des Nettogewinns erhalten, wie Bank frühere Angaben bekräftigte.

In den vergangenen Jahren war die Bawag hauptsächlich über Zukäufe gewachsen. Zuletzt übernahm sie die deutsche Südwestbank und beteiligte sie sich mit 2,5 Prozent an der privatisierten HSH Nordbank. Der Mehrheitsanteil ging an ein Konsortium rund um die Bawag-Mutter Cerberus und J.C. Flowers.

Regulatorische Kosten drücken Gewinn im Auftaktquartal

In das neue Geschäftsjahr startete die Bawag mit einem Gewinnrückgang, der vor allem auf vorgezogene regulatorische Kosten zurückzuführen sei. Der Vorsteuergewinn sank um 4,3 Prozent auf 116,1 Millionen Euro. Unter dem Strich schrumpfte der Nettogewinn um neun Prozent auf 86,5 Millionen Euro.

Die regulatorischen Kosten bezifferte die Bank mit 37 Millionen Euro. Dies entspreche etwa 85 Prozent der für das Gesamtjahr erwarteten Aufwendungen, erklärte das Institut. Insgesamt seien die Kosten höher als im Vorjahr, was mit den Zukäufen begründet wurde. Als Beispiele nannte die Bawag etwa die Bankenabgabe, Zahlungen für das Einlagensicherungssystem oder Gebühren für die Finanzmarktaufsicht und die Europäische Zentralbank. Bereinigt um diese Aufwendungen liege der Nettogewinn fünf Prozent über dem Vorjahresquartal.

Die harte Kernkapitalquote lag zum Ende des ersten Quartals bei 14 Prozent und damit 50 Basispunkte höher als zum Jahresende 2017. Im Gesamtjahr will die Bank vor Steuern fünf Prozent mehr verdienen, wurde der Ausblick bekräftigt.

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