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Nach Kritik aus den USA Schweizer Notenbankchef verteidigt seine Geldpolitik

Die USA kritisieren den Versuch der Schweizer Nationalbank, die heimische Exportindustrie durch Negativzinsen anzukurbeln als ungerechfertigte Währungsmanipulation. Dagegen hat sich der SNB-Präsident jetzt gewährt.

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Mit einem möglichst schwachen Franken will die SNB die exportorientierte Industrie ankurbeln, denn dadurch werden Schweizer Waren am Weltmarkt vergleichsweise günstiger. Diese Politik verteidigte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank am Donnerstag. Quelle: Reuters

Zürich Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihre Geldpolitik gegen Kritik aus den USA verteidigt. Das Vorgehen der Notenbank sei nötig, um eine weitere Aufwertung des als sicheren Hafen geltenden Franken zu verhindern, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan am Donnerstag auf einem Vortrag an der Universität Basel laut Redetext. Denn die Schweizer Währung sei immer noch hoch bewertet. Die USA hatten die Geldpolitik der Schweiz wiederholt kritisiert. Sie führen das Land auf einer Beobachtungsliste für Währungsmanipulatoren. Wir pflegen in dieser Sache einen konstruktiven Austausch mit den zuständigen Regierungsstellen der USA, erklärte Jordan.

Die Schweizer Währungshüter versuchen den Franken mit Negativzinsen von minus 0,75 Prozent für Investoren unattraktiv zu machen und so zu schwächen. Zusätzlich interveniert die SNB bei Bedarf am Devisenmarkt. Mit einem möglichst schwachen Franken will die SNB die exportorientierte Industrie ankurbeln - denn dadurch werden Schweizer Waren am Weltmarkt vergleichsweise günstiger. Den USA ist das jedoch ein Dorn im Auge - zumal in den vergangenen Jahren eine Diskussion über einen Währungsabwertungskampf der Notenbanken entbrannt ist. Für die SNB seien die Marktinterventionen jedoch nötig, um ihren gesetzlichen Auftrag der Preisstabilität zu erfüllen, sagte Jordan. Mit Negativzinsen allein sei dies angesichts der aktuell weltweit sehr tiefen Zinsen nicht möglich.

In der Kritik der Amerikaner steht zudem der hohe Leistungsbilanzüberschuss der Schweiz, der zuletzt rund zehn Prozent der Wirtschaftsleistung betrug. Dieser sei jedoch durch eine Reihe von Sonderfaktoren verzerrt und könne daher nicht für die Beurteilung eines fairen Werts des Frankens herangezogen werden, sagte Jordan.

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