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Nachfolger von Daniele Nouy Italiener Enria will oberster EZB-Bankenaufseher werden

Bis Ende des Jahres ist die Französin Daniele Nouy noch Chefin der EZB-Bankenaufsicht. Ihr Nachfolger könnte aus Italien kommen.

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Seit 2011 führt er die europäische Bankenbehörde EBA. Quelle: Reuters

Rom Im Rennen um die Neubesetzung der Position des obersten EZB-Bankenwächters gibt es eine weitere Bewerbung. Der Chef der europäischen Bankenbehörde EBA Andrea Enria habe seinen Hut in den Ring geworfen, teilte das Büro des Italieners am Montag mit. Der Chefposten der EZB-Bankenaufsicht muss neu besetzt werden, weil die Französin Daniele Nouy Ende Dezember nach fünf Jahren aus dem Amt scheidet.

Eine Verlängerung ist nicht möglich. Die bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angedockte Aufsicht SSM ist für die Kontrolle der größten Institute in der Euro-Zone zuständig. SSM überwacht aktuell 119 Institute, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Enria leitet die EBA seit 2011. Davor war der Italiener von 2008 an bei der heimischen Zentralbank für Bankenregulierung zuständig. Die italienischen Banken stehen bereits seit einigen Jahren besonders im Fokus, weil sie unter einem gewaltigen Berg an faulen Krediten ächzen.

Offiziell bekannt ist bereits, dass die Vize-Gouverneurin der irischen Notenbank, Sharon Donnery, und der Chef der französischen Finanzaufsicht, Robert Ophele, sich für den SSM-Spitzenposten beworben haben. Auch Jan Sijbrand, ein ehemaliger Bankenaufseher bei der niederländischen Zentralbank, sowie EZB-Bankenkontrolleur Ignazio Angeloni wurden in den Medien als mögliche Kandidaten genannt.

Die Bundesregierung unterstützt nach früheren Äußerungen eines Insiders die irische Kandidatin Donnery. Diese leitet bei der EZB seit geraumer Zeit die zentrale Arbeitsgruppe, die sich mit dem Problem der faulen Kredite in den Bankbilanzen beschäftigt. Für sie spricht zudem, dass sich das Europa-Parlament auf die Fahnen geschrieben hat, den Anteil von Frauen in europäischen Top-Positionen zu erhöhen.

Die Bewerbungsfrist endete am 24. August. Die EZB wird nun eine engere Liste aus den Bewerbern erstellen. Auch das EU-Parlament hat ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Kandidaten, der schließlich von den EU-Finanzministern bestätigt werden muss.

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