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Nachhaltigkeit EU-Kommission plant Kennzeichen für grüne Finanzprodukte

Eine Reform soll Öko-Investitionen fördern. Die EU will nachhaltige Produkte künftig kennzeichnen. Kritik kommt jedoch vom Bankenverband.

Ein EU-Kennzeichen soll künftig nachhaltige Finanzprodukte fördern. Quelle: dpa

BrüsselDie EU-Kommission will mit einer Reform der Finanzmarktregeln Öko-Investitionen fördern. „Der Wandel hin zu einer umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Wirtschaft ist gut für die Schaffung von Arbeitsplätzen, für die Menschen und für unseren Planeten“, sagte Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans am Donnerstag. „Heute stellen wir sicher, dass das Finanzsystem diesem Ziel dient.“ Geplant sei unter anderem die Schaffung eines EU-Kennzeichens für sogenannte grüne Finanzprodukte, damit Investoren leicht erkennen können, welche Anlageobjekte den Kriterien der Umweltfreundlichkeit oder Emissionsarmut genügen. Zudem werde geprüft, ob es für Vermögensverwalter eine Plicht geben soll, das Kriterium der Nachhaltigkeit bei den Investitionen zu berücksichtigen.

Kritik gab es an dem Vorschlag, Öko-Investitionen in den Bilanzen von Geldhäusern bevorzugt zu behandeln. Die möglichen Risiken nachhaltiger Finanzierungen dürften nicht übersehen werden, warnte der deutsche Privatbankenverband BdB. „Deshalb brauchen wir zwingend empirische Analysen, bevor zum Beispiel ein 'Grüner Faktor' bei den Eigenkapitalvorschriften überhaupt in Erwägung gezogen wird“, erklärte BdB-Hauptgeschäftsführer Christian Ossig. Am Mittwoch hatten Vertreter der Bundesbank und die niederländische Zentralbank ebenfalls Kritik an dem Vorschlag einer bevorzugte Risikobehandlung mancher Anlagearten geübt.

Der Vorstoß der EU-Kommission soll das EU-Ziel unterstützen, den Treibhausgasausstoß bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu kürzen. Vize-Kommissionspräsident Valdis Dombrovskis hatte die Vorschläge im Dezember angekündigt. Allerdings gab es auch Kritik von einer eigens von der Kommission eingesetzten Expertengruppe. Sie hatte im Januar vor einer grünen Investitions-Blase gewarnt.

Zudem legte die EU-Kommission am Donnerstag Vorschläge zur Stärkung des Fintech-Sektors vor. „Um im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig zu sein, brauchen die innovativen Unternehmen Europas Zugang zu Kapital, Raum für Experimente und eine gewisse Größe, die ihnen Wachstum ermöglicht“, sagte Dombrovskis. Crowdfunding-Plattformen sollen künftig auf Grundlage eines einheitlichen Regelwerks ein EU-Etikett beantragen können und damit ihre Dienstleistungen in der gesamten Union anbieten dürfen. Durch diesen "EU-Pass" soll der Zugang von Unternehmen zu dieser Finanzierungsform verbessert werden.

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