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Nationaler Staatsgerichtshof Ex-IWF-Chef Rato darf Gefängnis vorzeitig verlassen

Der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds kommt nach mehr als zwei Jahren hinter Gittern vorzeitig frei. Er war wegen Unterschlagung von Bankengeldern verurteilt worden.

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Der ehemalige IWF-Direktor war der Berichtsfälschung beschuldigt worden. Quelle: dpa

Der wegen Unterschlagung von Bankgeldern verurteilte frühere Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) Rodrigo Rato kommt nach Medienberichten in Spanien nach mehr als zwei Jahren hinter Gittern vorzeitig auf freien Fuß. Der Nationale Staatsgerichtshof in Madrid habe den Rest der viereinhalbjährigen Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt, berichteten der staatliche TV-Sender RTVE und andere Medien am Freitag unter Berufung auf Justizkreise. Als Grund seien die gute Führung und das Alter Ratos (71) angegeben worden. Bei dem Gericht war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Rato war Ende Oktober 2018 ins Gefängnis von Soto del Real rund 40 Kilometer nördlich von Madrid eingewiesen worden. Im vorigen Oktober war ihm offener Vollzug gewährt worden, nachdem er im Strafprozess wegen des Börsengangs der spanischen Großbank Bankia zusammen mit allen 33 weiteren Angeklagten vom Vorwurf des Betrugs der Anleger und der Bilanzfälschung freigesprochen worden war. Gegen Rato wird auch wegen Geldwäsche und Steuerbetrugs ermittelt.

Das Bankia-Urteil war seinerzeit von Medien und Beobachtern in Spanien scharf kritisiert worden. Die renommierte Zeitung „El País“ sprach von einem „perfekten Verbrechen“, einem „Mord ohne Mörder“. Rund 200 000 Kleinanleger hatten nach dem Börsengang von Bankia im Jahr 2011 herbe Verluste erlitten. Damals war Rato Chef der Bank.

Die Ende 2010 - gut zwei Jahre nach Ausbruch der internationalen Finanzkrise - durch die Fusion mehrerer angeschlagener Institute ins Leben gerufene Bankia hatte 2012 rund 19 Milliarden Euro Verlust gemacht. 2012 wurde sie teilverstaatlicht. Der Beinahe-Zusammenbruch führte dazu, dass Spanien ein europäisches Rettungspaket über 41 Milliarden Euro beantragte.

Zurzeit fusioniert die Caixabank mit Bankia und wird damit zur größten Bank in Spanien.

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