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Niederländische Großbank ING streicht Gehaltserhöhung des Chefs

Nach dem massiven Protest der Öffentlichkeit verzichtet die ING auf die 50-prozentige Gehaltserhöhung für ihren Vorsitzenden Ralph Hamers.

Was die Deutsche Bank von der ING lernen kann Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt

AmsterdamNach massiven Protesten streicht die niederländische Großbank ING die geplante Gehaltserhöhung von 50 Prozent für Konzernchef Ralph Hamers. Dadurch solle weiterer Schaden abgewendet werden, sagte Aufsichtsratschef Jeroen van der Veer am Dienstag. „Wir haben die öffentliche Reaktion unterschätzt.“

Kunden, Mitarbeiter und Politiker hatten empört reagiert. Hunderte von Kunden kündigten ihre Konten bei der ING. Die niederländische Regierung hatte nach Wegen gesucht, um die Gehaltserhöhung von zwei auf gut drei Millionen Euro zu blockieren. Der niederländische Finanzminister Wopke Hoekstra begrüßte die Entscheidung: „Dies ist das einzig richtige Ergebnis dieser Diskussion.“

ING hatte vergangene Woche erklärt, die Vergütung solle an den europäischen Schnitt angepasst werden. Doch viele Niederländer erinnerten daran, dass die Bank in der Finanzkrise 2008 mit Steuergeld vor dem Kollaps gerettet wurde. Das Geld – zehn Milliarden Euro – hat die Bank inzwischen zurückgezahlt, die letzte Tranche wurde 2014 an den Staat überwiesen.

Van der Veer hatte trotz der heftigen Kritik zunächst an der Gehaltserhöhung festgehalten. Hamers sei seit Jahren unterbezahlt, hatte der frühere Chef des Ölkonzerns Shell argumentiert. Selbst nach der Gehaltserhöhung hätte Hamers weniger Geld erhalten als zahlreiche Chefs großer Banken, die Bezahlung hätte auf dem durchschnittlichen Niveau anderer niederländischer Großkonzerne gelegen.

Der Aufsichtsrat will nun in Ruhe prüfen, wie die Vergütung angepasst werden kann. Erst 2019 kann ING seinen Aktionären einen neuen Vergütungsvorschlag unterbreiten.

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