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Ölpreise Weltweites Überangebot drückt Preis weiter

Die Ölpreise sind am Dienstag nach den deutlichen Verlusten des Vortages weiter gefallen. Das anhaltend hohe Angebot an Rohöl drücke auf die Preise, hieß es aus dem Handel.

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Nach einer monatelangen Talfahrt hatten sich die Ölpreise zuletzt etwas erholt. Quelle: dpa

Düsseldorf Am Morgen des heutigen Dienstags kostete ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 58,84 US-Dollar und damit sechs Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 26 Cent auf 49,16 Dollar.

In den USA bewegen sich die Lagerbestände an Rohöl auf einem Rekordniveau, während die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) trotz der niedrigen Preise ihre Produktion nicht gekürzt haben. Beobachter gehen daher davon aus, dass die Ölpreise wegen des weltweiten Überangebots vorerst nicht auf ihr Niveau von mehr als 100 Dollar aus dem vergangenen Sommer zurückkehren. Mitte Juni 2014 kostete ein Fass Öl der Sorte Öl der Sorte Brent noch fast 115 US-Dollar.

Für diesen deutlichen Preisrückgang werden verschiedene Faktoren als Gründe genannt. Als Hauptgrund gilt eine sinkende Nachfrage, vor allem aus China, dem weltweit größten Ölimporteur. Laut Internationaler Energie Agentur (IEA) werden derzeit täglich rund 1,5 bis zwei Millionen Barrel Öl mehr gefördert als der Markt benötigt. Besonders in den USA füllen sich die Lager. Seit Jahresbeginn sind die US-Rohölbestände stetig gestiegen

Die Messpegel befinden sich auf einem Rekordhoch. „Um mehr als sieben Millionen Barrel pro Woche wächst die Menge an Öl in den US-Lagern. Schon diese Situation sorgt weiterhin für Druck auf den Ölpreis. Beim WTI-Öl sind deshalb durchaus neue Tiefststände unterhalb von 45 US-Dollar möglich“, sagt Carsten Fritsch, Rohstoff-Experte bei der Commerzbank.

Mittelfristig sehe die Lage allerdings etwas anders aus. „Die Anzahl der aktiven Ölbohrtürme nimmt in den USA ab. Die Ölfördermengen in den Vereinigten Staaten sind trotz dieser jüngsten Reduzierung zuletzt zwar weiter angestiegen. Aber in der zweiten Jahreshälfte wird sich bemerkbar machen, dass immer mehr Unternehmen ihre Investitionen zurückfahren und die Bohraktivitäten stark abnehmen“, so Fritsch. Deshalb könnte insbesondere der Preis für Öl der Sorte WTI, die vorwiegend in den USA gehandelt wird, steigen.

Auch Asoka Wöhrmann von der Deutschen Asset & Wealth Management geht von einem ähnlichen Szenario aus: „Wir rechnen bei US-Schieferöl in diesem Jahr mit einem Investitionsrückgang von 40 Prozent“, so Wöhrmann. Denn seit dem Jahreswechsel seien Aussagen zu Investitionskürzungen in die Höhe geschnellt und auch die Stilllegungen von Ölbohrtürmen in Nordamerika beschleunigten sich. „Nach einem turbulenten ersten Quartal, in dem der Preis unter 40 US-Dollar pro Fass WTI fallen kann, rechnen wir mit einer Erholung bis auf 65 US-Dollar bis Jahresende“, sagt Wöhrmann.

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