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Online-Shop für Wein Willkommen bei Aldi 2.0

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Angriff auf die etablierte Konkurrenz geht weiter


In Deutschland liefern dagegen bislang nur wenige Supermarkt-Ketten die Einkäufe nach Hause. Neben einigen Start-ups bringen nur Rewe und Edeka die vollen Einkaufstüten zu den Kunden. Die Zurückhaltung hat einen einfachen Grund: Das Geschäft ist kostenintensiv – und bei wenigen Kunden kaum profitabel. So musste Rewe zuletzt die Gebühren für die Lieferung deutlich erhöhen. Doch das Online-Shopping gilt als attraktiver Zukunftsmarkt, der schon bald deutlich größere Dimensionen haben könnte. Erreichte der Online-Verkauf von Lebensmitteln im Jahr 2014 gerade 1,1 Milliarden Euro, so wird die Summe innerhalb der nächsten zehn Jahre auf mehr als sieben Milliarden Euro jährlich klettern, sagt die Marktforschungsfirma GfK voraus.

Seit mehreren Jahren prüft der Discount-Primus Aldi das Geschäftsfeld angeblich bereits. Bislang hatte sich das Management jedoch stets dagegen entschieden. In Deutschland waren vor allem bei Geschäftsführern der Regionalgesellschaften die Vorbehalte groß, dass mit einem solchen Vorstoß das Geschäft in den Filialen beeinträchtigt werden könnte, heißt es. Doch seit einigen Monaten deutete sich an, dass sich etwas tut.

E-Commerce liege nicht im „unmittelbaren Fokus von Aldi“, da das Unternehmen ein sehr gut funktionierendes stationäres Handelssystem habe, beschwichtigte zwar vor rund einem Jahr noch ein Sprecher der britischen Tochter, als erstmals Spekulationen über einen Einstieg der Deutschen ins Online-Geschäft aufkamen. Doch er sagte auch noch etwas anderes: Es gehöre zu den Themen, auf die Aldi ein Auge habe.

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Der deutsche Discounter verschärft nun mit dem Online-Shop seinen Angriff auf die etablierte Konkurrenz auf der Insel. Für Tesco-Boss Dave Lewis ist das keine gute Nachricht: Der britische Supermarktriese, der noch immer die Nummer Eins in Großbritannien ist, hatte sich im Weihnachtsgeschäft überraschend gut geschlagen. Preissenkungen und mehr Personal als Antwort auf die Discounter-Konkurrenz von Aldi und Lidl, die den angestammten Betreibern seit Jahren zusetzen, zeigten Wirkung.

Doch kaum bekommt Tesco sein stationäres Geschäft etwas besser in den Griff, da attackiert der deutsche Discounter den Branchenprimus nun auch im Netz. Doch für Gnade hat Aldi-UK-Chef Barnes keine Zeit. Er hat sich für die Zukunft auf der Insel viel vorgenommen. Bis 2022 will Aldi die Zahl seiner Filialen in Großbritannien von derzeit rund 600 auf gut 1.000 erhöhen – und dabei ist der neue Shop im Netz noch nicht einmal mitgezählt.

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