Personal für Berlin Triumphe und Enttäuschungen

Mancher prominente Politiker schafft es nicht in den Bundestag. Dafür starten andere durch, die mit überraschenden Werten Direktmandate erlangten. Eine Übersicht über einige Gewinner, Verlierer und Wackelkandidaten.

Quelle: dpa

Gewinner der Wahl

Canan Bayram: Als Nachfolgerin von Hans-Christian Ströbele errang die Grüne das Direktmandat im Berliner Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg. Bayram empfahl auf dem vorletzten Parteitag Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer, er solle  „einfach mal die Fresse halten“. Den Spitzenkandidaten Özdemir und Göring-Eckardt warf sie vor, sie wirkten wie „Ortsvereinsvorsitzende der CDU“.

Paul Ziemiak (CDU), Chef der Jungen Union: Er ist der letzte auf der Landesliste in NRW, der noch in den Bundestag einzieht.

SPD-Verbraucherstaatssekretär Ulrich Kelber: Er errang das Direktmandat in Bonn – so wie auch schon im Jahr 2013.

Emmi Zeulner von der CSU holte mit 55,4 Prozent das beste Ergebnis als Direktkandidatin in Bayern. Sie hatte den Wahlkreis von Karl-Theodor zu Guttenberg übernommen.

Sozialstaatssekretärin Yasmin Fahimi (SPD): Sie gewann ein Direktmandat in Hannover gegen Verteidigungsministerin von der Leyen (CDU), die aber über die Landesliste ebenfalls in den Bundestag einzieht.

Gustav Herzog gewann in Kaiserslautern das einzige Direktmandat für die SPD in Rheinland-Pfalz.

Gregor Gysi (Linke): Gewann wieder einmal das Direktmandat für Berlin-Treptow-Köpenick. Auch die Linken Gesine Lötzsch, Stefan Liebich und Petra Pau holten Direktmandate in Berlin.

Anke Domscheit-Berg (Linke): Die Digital-Aktivistin und ehemalige Piraten-Politikerin zieht für die Linke Brandenburg in den Bundestag ein.

Sören Pellmann (Linke): Er ist der einzige Linke, der außerhalb Berlins ein Direktmandat erringen konnte. 25 Prozent reichten, um es der CDU im Wahlkreis Leipzig II zu entziehen.

SPD-Jungstar Elisabeth Kaiser: Die 30-Jährige schaffte es als eine von drei SPD-Kandidaten aus Thüringen nach Berlin.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP): Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Liberalen hat mit 19,76% Prozent der Zweitstimmen in Düsseldorf das bundesweit beste Wahlkreisergebnis der FDP erzielt.

94 Abgeordnete der AfD: Erstmals schafft die Partei den Einzug in den Bundestag – und das gleich als drittstärkste Kraft mit 12,6 Prozent der Zweitstimmen. Hier gibt es einen Eindruck zu einigen der neuen Abgeordneten im Bundestag.


Verlierer der Wahl

Stefan Heck (CDU), JU-Chef in Hessen, konnte das Direktmandat in Marburg nicht holen. Da die Landesliste aufgrund der vielen Direktmandate und des schlechten CDU-Ergebnisses nicht zieht, ist er nicht im Bundestag.

Der bisherige Unionsfraktionsvize Michael Kretschmer aus Sachsen kommt auch wegen des starken Ergebnisses der AfD in seinem Bundesland nicht in den Bundestag. Er verlor den Wahlkreis Görlitz an den AfD-Politiker Tino Chrupalla. Kretschmer galt als Nachwuchshoffnung der CDU.

Carsten Kühl (SPD): Der frühere Finanzminister von Rheinland-Pfalz verpasste wegen des schwachen SPD-Ergebnisses knapp den Einzug in den Bundestag. Ein Verlust auch für die SPD, deren Fraktion die Verstärkung durch den Finanz- und Wirtschaftsexperten hätte gut gebrauchen können.


Wackelkandidaten der Wahl

CDU-Chefin Angela Merkel verlor in ihrem Wahlkreis zwölf Punkte und stürzte auf 44 Prozent ab, das Direktmandat holte sie dennoch.

Katrin Göring-Eckardt (Grüne): Sie holte das schlechteste Ergebnis aller Spitzenkandidaten – nur 7,1 Prozent in Erfurt/Weimar.

Renate Künast, Ex-Ministerin der Grünen: Die Vierte auf der Landesliste der Grünen in Berlin zieht noch gerade in den Bundestag ein.

Alice Weidel (AfD): Das Ergebnis der AfD-Spitzenkandidatin war unterdurchschnittlich – 10,4 Prozent der Erststimmen holte sie am Bodensee.

CSU-Chef Horst Seehofer musste in Ingolstadt einen Verlust von 14 Punkten hinnehmen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: Er gewann den Wahlkreis Köln-Leverkusen, was vorher nicht sicher war. In den letzten Wahltagen hatte ihm unter anderem Schlagersänger Roland Kaiser öffentlich die Daumen gedrückt.

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