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Philip Lane EZB-Chefvolkswirt sieht trotz Negativzinsen Raum für weitere Zinssenkung

Die EZB bereitet in der Corona-Pandemie weitere Notfallmaßnahmen vor. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane sieht dabei eine weitere Zinssenkung als Option.

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Künftig mehr Flexibilität beim Anpeilen den Inflationsziels? Quelle: Reuters

Europas Währungshüter schließen eine weitere Verschärfung des Negativzinses nicht aus. „Wir glauben nicht, dass wir uns an der Untergrenze befinden. Wir glauben, dass es in Zukunft Raum für weitere Kürzungen gibt“, sagte der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, in einem am Montag von der Notenbank veröffentlichten Interview mit der französischen Zeitung „Les Echos“. „Wir glauben immer noch, dass eine Senkung der Zinssätze eine gangbare Option ist.“

Seit Mitte Juni 2014 müssen Geschäftsbanken Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Aktuell liegt dieser Einlagenzins – im Fachjargon Einlagefazilität – bei minus 0,5 Prozent. Auch wenn es inzwischen Freibeträge für bestimmte Summen gibt, bleibt dies aus Sicht der Branche eine Milliardenbelastung. Der Leitzins im Euro-Raum liegt auf dem Rekordtief von null Prozent.

„Wir müssen uns jedoch entscheiden, welche Instrumente derzeit am effektivsten sind“, sagte Lane. Als besonders wirkungsvoll haben sich nach Einschätzung der Währungshüter in der Corona-Krise das milliardenschwere Notkaufprogramm für Wertpapiere (Pandemic Emergency Purchase Programme/PEPP) sowie besonders günstige Langfristkredite für Geschäftsbanken (TLTRO) erwiesen.

Angesicht der Verschärfung der Pandemie bereitet die Notenbank weitere Notfallmaßnahmen vor. Für die kommende Sitzung des EZB-Rates am 10. Dezember ist eine „gründliche Neubeurteilung“ der Lage angekündigt.

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    Das Anleihenkaufprogramm PEPP hat derzeit ein Volumen von 1,35 Billionen Euro und soll nach bisheriger Planung bis mindestens Ende Juni 2021 laufen. „Wir werden das Programm nicht beenden bevor bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Zunächst einmal darf die Pandemie die normale Wirtschaftstätigkeit nicht länger beeinträchtigen“, bekräftigte Lane. „Wir müssen auch andere Bedingungen in Bezug auf die wirtschaftliche Erholung und die Inflationsdynamik erfüllen, aber dafür ist es noch zu früh.“

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