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Podcast – Chefgespräch Flixbus-Chef Schwämmlein: „Kein rationales Unternehmen würde so handeln wie die Bahn“

Die Coronakrise hat Flixbus voll erwischt. Nun sind Teile der Flotte wieder unterwegs. Im Podcast mit Chefredakteur Beat Balzli und Ressortleiter Christian Schlesiger kritisiert FlixMobility-Chef André Schwämmlein die Staatsmilliarden für die Deutsche Bahn.

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Der Transportanbieter FlixMobility war gerade dabei, die Welt zu erobern. Dann kam Corona. Vollbremsung von 100 auf 0, wochenlanger Stillstand im Busdepot. Nun kämpfen sich die Münchner wieder hoch – aus eigenen Kräften. Jeder dritte Bus der Marke FlixBus in Europa ist wieder unterwegs. Und auch die FlixTrain-Züge fahren wieder. Auf staatliche Unterstützung hat das Unternehmen bislang verzichtet. Anders die Deutsche Bahn: Sie wird zugeschüttet mit Bundesmilliarden.

Dieser Bund-Bahn-Pakt ärgert den Unternehmer. „Ich halte es für unverantwortlich, wenn der Bund so viele Milliarden an die Deutsche Bahn vergibt, ohne klare Bedingungen zu stellen“, sagt André Schwämmlein, Gründer von FlixBus, im Podcast mit Chefredakteur Beat Balzli und Ressortleiter Christian Schlesiger. Es müsse „klare Vorgaben geben, wofür das Geld verwendet und wie Wettbewerbsneutralität garantiert wird“. Der Unternehmer fordert etwa die Öffnung des DB Navigators für andere Unternehmen. „Reisende finden unsere Züge zwar im Fahrplan der App, können aber unsere Tickets nicht kaufen.“ Im Gegenzug für die Milliarden sollte die Bahn ihr Vertriebsmonopol aufgeben, meint er.

Das Unternehmen will nun zunächst das eigene Überleben sichern - und greift dazu auf Geld aus einer Finanzierungsrunde von 2019 zu. FlixMobility helfen dabei auch die vielen Buspartner. Mittelständische Betriebe finanzieren und reparieren die Busse, stellen Fahrer und Wartungspersonal – und übernehmen damit das Hauptrisiko des Fernbus-Deals. So ist FlixBus groß geworden, so sollte das Geschäftsmodell auch in Amerika ausgerollt werden. Coronabedingt geht dort derzeit wenig. „Die weltweite Expansion ist damit aber nicht abgesagt, sondern nur verschoben“, sagt Schwämmlein. „Wir glauben an die Märkte in Europa, der Türkei und den USA.“

Wegen der Bahn-Milliarden hat FlixMobility inzwischen auch die EU-Kommission eingeschaltet. In einem Brief an Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, der der WirtschaftsWoche vorliegt, schreibt FlixMobility, man sei „sehr besorgt“, dass in einigen Staaten der EU die Coronapandemie dazu genutzt werde, Staatskonzernen wie der Deutschen Bahn den Rücken zu stärken. „Krisensituationen“ würden politisch genutzt, um deren „Wettbewerbssituation zu stärken“. Das führe zu Wettbewerbsverzerrung und bremse junge Start-ups wie FlixTrain aus.


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