+++ Newsblog Terror in Barcelona +++ Attentäter auf der Flucht

Ein Lieferwagen rast in der katalanischen Metropole Barcelona in eine Menschenmenge. Wenig später erschießt die Polizei fünf mutmaßliche Terroristen 100 Kilometer weiter südlich und verhindert vermutlich Schlimmeres.

Bei einem Terroranschlag in Barcelona, sind mindestens 13 Menschen getötet und weitere hundert verletzt wurden. Ein Attentäter hatte dabei einen Transporter in eine Menschenmenge auf der Promenade Las Ramblas im Zentrum der Stadt gefahren. Die Polizei tötete kurz darauf fünf mutmaßliche Terroristen im spanischen Küstenort Cambrils und verhinderte so vermutlich ein weiteres Attentat. Die Updates im Newsblog.

  • Auf Barcelonas bekannter Flaniermeile Las Ramblas ist ein Lieferwagen in eine Menschenmenge gefahren.
  • Unter den 13 Toten und mehr als 100 Verletzten sollen sich Menschen aus insgesamt 18 verschiedenen Nationen befinden. Auch drei Deutsche sollen darunter sein.
  • Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ reklamierte die Tat für sich. Die spanische Polizei fahndet mit Hochdruck nach dem Täter.

+++ Attentäter auf der Flucht +++
Nach dem Anschlag von Barcelona suchen die spanischen Behörden mit Hochdruck nach dem Täter. In der Kleinstadt Cambrils, rund 100 Kilometer südlich der Metropole, töteten Einsatzkräfte in der Nacht fünf Personen. Dadurch sei ein weiterer Terrorangriff mit Sprengstoff-Gürteln verhindert worden, erklärten die Behörden. Der Mann, der am Donnerstag mit einem Kleintransporter viele Menschen auf der auch bei Touristen beliebten Allee Las Ramblas überfahren hatte, wurde dagegen bislang nicht gefasst. Der Polizei zufolge handelte es sich um einen Terroranschlag.

+++ Innenminister: Zusammenhang zwischen beiden Taten +++

Zwischen beiden Taten gäbe es einen Zusammenhang, sie seien dem gleichen Muster gefolgt, sagte der katalanische Innenminister Joaquim Forn dem Radiosender RAC1. Nähere Angaben machte er zunächst nicht. Der Fahrer des Kleintransporters aus Barcelona befand sich laut Forn noch auf der Flucht.

Die fünf getöteten mutmaßlichen Attentäter in Cambrils trugen Bombengürtel, wie die Polizei mitteilte. Diese seien kontrolliert gesprengt worden. Berichten zufolge überfuhren die mutmaßlichen Terroristen mehrere Zivilisten mit einem Auto, bevor sie von der Polizei gestellt und erschossen wurden. Die Polizei bestätigte zunächst nur, dass sechs Zivilisten verletzt wurden, zwei von ihnen schwer.

Vier der Angreifer starben nach Polizeiangaben sofort, ein fünfter erlag später seinen Verletzungen im Krankenhaus. Ob die Taten in Barcelona und Cambrils mit einer Explosion in Alcanar am Mittwoch in Verbindung standen, bei der ein Mensch ums Leben kam, sagte die Polizei zunächst nicht.
+++ El Pais: Schlag gegen europäische Werte +++

Die spanische Tageszeitung „El País“ spricht über den islamistischen Anschlag in Barcelona von einem „Schlag gegen die europäischen Werte“, Terrorismus suche sich seine Feinde bewusst aus und habe dieses Mal eine Stadt ausgewählt, die wie keine andere den Geist von Offenheit, Demokratie und Pluralität repräsentiere, den dieser Radikalismus beenden wolle. „Der Angriff, der an diesem Donnerstag das Herz von Barcelona erschüttert hat, ist ein Schlag gegen eine berühmte, dynamische und kosmopolitische Stadt, die Millionen Menschen aus aller Welt lieben und jedes Jahr besuchen und ein wirtschaftlicher und kultureller Motor ersten Ranges in Europa und im Mittelmeerraum ist. Aber auch gegen ein Land - Spanien - das seit dem schmerzhaften 11. März 2004 einen unermüdlichen Kampf gegen den Terrorismus führt, und einen Kontinent - Europa - der zur Frontlinie für den extremistischen Islam geworden ist, der dessen Werten zerstören möchte.“

+++ Weltgemeinschaft trauert +++
Regierungssprecher Steffen Seibert sprach sein Mitgefühl noch in der Nacht von Donnerstag auf Freitag via Twitter aus. In Solidarität und Freundschaft stünden die Deutschen an der Seite der Spanier.


Aber auch der Rest der Weltgemeinschaft reagierte geschockt auf den Anschlag in Barcelona. Die israelische Regierung ließ noch in der Nacht das Rathaus in Tel Aviv in den Farben der israelischen und der spanischen Flagge erstrahlen. Israel stehe an der Seite der Menschen in Spanien, schreibt die israelische Botschaft in Berlin über ihren Tweet.

+++ Rajoy: „Die Antwort muss global sein“ +++

Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy beriet sich vor Ort mit hochrangigen Vertretern des Sicherheitsapparats. Er kündigte bei einer Pressekonferenz einen Pakt gegen den Terrorismus an. „Es ist eine globale Bedrohung und die Antwort muss global sein“, sagte er laut der Zeitung „La Vanguardia“. Die Regierung rief drei Trauertage aus. Am Freitag sollte auch König Felipe zu einer Gedenkminute nach Barcelona kommen.

+++ Augenzeuge: „Er wurde einfach nicht langsamer“ +++
Augenzeugen zufolge war ein weißer Transporter mit hoher Geschwindigkeit in einem Zick-Zack-Kurs durch die bei Touristen beliebte Straße in Barcelona gefahren. „Leute haben geschrien und wir haben einen Knall gehört“, sagte der britische Tourist Keith Welling, der mit seiner Frau und seiner neunjährigen Tochter erst am Mittwoch in der Stadt angekommen war. „Er wurde überhaupt nicht langsamer“, sagte ein anderer Augenzeuge der BBC über den Fahrer. „Er fuhr einfach mitten durch die Menschenmassen auf den Ramblas.“

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