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42 Tote in Kairo Salafisten ziehen sich nach Blutbad aus Regierunsgbildung zurück

Ägypten bleibt nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mursi weiter ohne Regierungschef. Am Sonntagabend ist dem Sozialdemokraten Siad Bahaa El-Din das Amt angeboten worden. Unterdessen wurden am Montagmorgen bei einem bewaffneten Angriff mindestens 42 Menschen getötet.

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Verwirrspiel um ElBaradei (links im Bild): Jetzt ist seine Ernennung doch noch nicht erfolgt. Die Bildung einer neuen Regierung in Ägypten ist damit vorerst gescheitert. Zunächst hatte es geheißen, der Friedensnobelpreisträger werde eine Übergangsregierung leiten. Quelle: dpa

Bei der Suche nach einer Übergangsregierung in Ägypten hat es noch keinen Durchbruch gegeben. Gegen den neuen Favoriten für den Posten des Regierungschefs hat sich nach Angaben des Nachrichtensenders Al-Arabija vom Sonntagabend die ultra-konservative Nur-Partei ausgesprochen. Dem Sozialdemokraten Siad Bahaa El-Din sei das Amt angeboten worden, berichtete die ägyptische Zeitung „Al-Ahram“ online am Sonntagabend. Der Wirtschaftsjurist sagte dem Blatt, es gebe noch keine offizielle oder endgültige Entscheidung. Die Salafisten wollen für das Amt dagegen eine politische neutrale Persönlichkeit.
Auch Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei als Vizepräsidenten lehnen sie ab, wie Al-Arabija weiter berichtete. Laut „Al-Ahram“ sollte ElBaradei dieses Amt übernehmen. Die Ernennung von ElBaradei zum neuen Chef der Übergangsregierung war am späten Samstagabend dementiert worden.

Nach den tödlichen Zusammenstößen vor einer Militäreinrichtung in Kairo mit mindestens 42 Toten ziehen sich die radikalislamischen Salafisten aus den politischen Gesprächen zur Zukunft Ägyptens zurück. Das erklärte der Sprecher der Partei des Lichts, Nader al-Bakkar, über den Kurznachrichtendienst Twitter. „Wir haben als Reaktion auf das Massaker vor dem Club der Republikanischen Garde beschlossen, uns mit sofortiger Wirkung aus allen Verhandlungen zurückzuziehen.“ Die Salafisten „wollten Blutvergießen verhindern und nun fließt das Blut in strömen“, fügte er hinzu.

Was Ägypten-Touristen jetzt beachten sollten

Viele Ägypter stehen ElBaradei skeptisch gegenüber: Der Nobelpreisträger sei zu lange im Ausland gewesen, verstehe die Menschen im Land nicht, heißt es oft. Der Jurist trat 1964 in den diplomatischen Dienst seines Landes ein. 1984 kam er zur Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien, wo er 1997 zum Generaldirektor aufstieg. Die Geschicke der Behörde lenkte er bis Ende 2009.
Nach der Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi soll der Übergangspräsident Adli Mansur das Land bis zu Neuwahlen führen.

Westen ist besorgt

Obama sorgt sich um Ägypten

Die ultra-konservative Nur-Partei war früher mit der Muslimbruderschaft verbündet, aus der Mursi stammt. Zuletzt schloss sie sich aber der Oppositionsallianz gegen den am Mittwoch vom Militär abgesetzten Präsidenten an.
In Kairo haben am Sonntagabend erneut Zehntausende Anhänger wie auch Gegner Mursis demonstriert. Die Islamisten, die Mursi unterstützen, versammelten sich mehrheitlich vor einer Moschee im Außenbezirk Nasr City. Andere zogen vor das Verteidigungsministerium oder blockierten die Ausfallstraße zum Flughafen. Bis zum späten Sonntagabend wurden keine Zwischenfälle bekannt.

Ausland




Dagegen gab es Verletzte bei Zusammenstößen von Mursi-Gegnern und Anhängern des gestürzten Präsident im Nil-Delta. Laut „Al-Ahram“ setzten die Sicherheitskräfte Tränengas ein, um die verfeindeten Gruppen zu trennen.

Gegner der durch das Militär beendeten Herrschaft Mursis strömten in großer Zahl auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos zusammen. Über der Innenstadt kreisten in den Abendstunden fast ununterbrochen Helikopter, zeitweise flogen auch Kampfjets der Luftwaffe über den Tahrir-Platz. Das Spektakel sollte, wie schon in den vergangenen Tagen, die Verbundenheit der Armee mit den Mursi-Gegnern zum Ausdruck bringen.

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